Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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NATO zu Gaddafi, ZiB 1, 18.3.2011


NATO-Rat ist in Brüssel heute ohne formellen Beschluss auseinander gegangen. Zeigt das, dass man von Gaddafis Waffenstillstandsangebot überrascht wurde?
Das mag ein Faktor sein, aber gleichzeitig sagt man, dass es nicht auf Gaddafis Erklärungen ankommt, sondern auf seine Taten. Und die Aufständischen haben ja noch heute Nachmittag berichtet, dass weiter geschossen wird.
Die NATO beschränkt sich heute tatsächlich ganz auf die Vorbereitung der Flugverbotszone. Das heißt: was möglicherweise allernächsten Zukunft passiert, nämlich Luftangriffe um den Vormarsch der Gaddafi-truppen zu stoppen, das wäre keine Aktion der NATO insgesamt sondern das würde eine ausgewählte Koalition von NATO- Staaten tun, wahrscheinlich unter der Führung Frankreichs und Großbritanniens.
Der Grund: zwei ganz wichtig NATO-Mitglieder sind dagegen, Deutschlands und der Türkei, wollen von einer Militäraktion gegen Gaddafi nichts wissen.
Wie verhält sich die Europäische Union zu dieser Zuspitzung der Lage um Libyen?
Die Europäische Union ist in militärischen Fragen kein Player. Was man plant, das ist eine Ausdehnung der Sanktionen auch auf das Ölgeschäft, aber das hat eine ganz andere Dimension.
Aber es gibt große Sympathien für jede Art von Vorgehen gegen Gaddafi, auch von Kräfte, die sonst keine großen Freunde von Militäraktionen sind, wie den Grünen.
Man hofft generell Gaddafi doch noch niederringen zu können, auch um zu verhindern, dass dieser demokratische Frühling in der arabischen Welt mit dem Sieg eines Diktators endet.

 

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