Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Neue Guantanamo-Untersuchung, AJ, 1.5.2005

Es handelt sich um die erste interne Untersuchung die das Pentagon bisher
durchgefuehrt hat und der New York Times liegt jetzt ein Zwischenbericht
vor. Die vom einem General der Luftwaffe durchgefuehrte Untersuchung wurde
eingeleitet, nachdem E-Mails von FBI-Beamten an die Oeffentlichkeit gelangt
sind, in denen von gesetzwidrigen Verhoermethoden in Guantanamo die Rede
ist. Laut New York Times bestaetigt sich jetzt, dass eine Reihe von
Gefangenen misshandelt und erniedrigt wurden. Haeftlinge mussten lange Zeit
gefesselt nackt am Boden liegen. Weibliche Beamte haetten die Gefangene an
den Genitalien misshandelt und rote Tinte verspritzt, die als
Menstruationsblut ausgegeben wurde. Unklar ist, wie weit verbreitet diese
illegalen Methoden waren. Ebenfalls offen bleibt laut New York Times, wie
hoch oben in der Befehlskette die Verantwortung in dem noch unfertigen
Bericht angesiedelt wird. Menschenrechtsorganisationen haben kritisiert,
dass sich aehnliche armeeinterne Untersuchungen bisher vornehmlich auf die
unteren Raenge konzentriert haben. Erst in den letzten Tagen sind wieder
Dutzende Gefangene aus Guantanamo freigelassen worden und sie berichten von
drei grossen Wellen von Hungerstreiks, mit denen die Gefangenen Konzessionen
erzwungen haben. Einmal haette sich ein Polizeioffizier ueber die
Lautsprecheranlage sogar dafuer entschuldigt, wie mit dem isalmischen
Heilige Buch, dem Koran, umgegangen worden sei. Ein ehemaliger Uebersetzer
berichtete im amerikanischen Fernsehen von fingierten Gefangenen-Verhoeren
in Guantanamo, mit denen auf Besuch weilende Politiker und Journalisten
beeindruckt werden sollten.

 

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