Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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UNO-Irak: Neuer Resolutionsentwurf

Mittagsjournal, 14.10.2003


Es ist die dritte Version einer neuen Irak-Resolution, die der amerikanische UNO-Botschafter Negroponte gestern vorgelegt hat, und es könnte die letzte sein. Noch diese Woche wollen die USA eine Abstimmung erzwingen, rechtzeitig vor der Geberkonferenz in Madrid, die helfen soll weltweit jene Mittel aufzutreiben, die für den Wiederaufbau des besetzten Landes nötig sind.
Erstmals findet sich auch ein konkretes Datum in dem Vorschlag, der auch von Großbritannien und Spanien unterstützt wird: bis 15.Dezember soll die irakische Übergangsführung einen Zeitplan zur Erarbeitung einer Verfassung vorlegen. Aber an der amerikanischen Kontrolle über den Irak ändert auch dieser Resolutionsentwurf nicht. Von der von UNO-Generalsekretär Kofi Annan und den skeptischen Franzosen geforderten Übergabe der politischen Macht an die UNO wollen die USA nach wie vor nichts wissen. Wie bisher schon sollen die Vereinten Nationen auch dem neuesten US-Resolutionsentwurf entsprechend die Bildung einer multinationalen Truppe unter amerikanischer Führung billigen, um die Sicherheit im Lande wiederherzustellen.
Die Reaktionen waren bisher vorsichtig bis freundlich: sowohl Deutschlands Joschka Fischer als auch Frankreichs Dominique de Villepin sprechen von Bewegung in die richtige Richtung. Ob es deshalb eine Zustimmung Frankreichs, Deutschlands und Russlands geben wird, ist jedoch fraglich. Die USA glauben jetzt schon auf die notwendige Mehrheit von 9 Stimmen im Sicherheitsrat zählen zu können und Washington scheint entschlossen eine Entscheidung auch ohne Zustimmung der schwierigen europäischen Partner herbeizuführen.
Schließlich werden in Washington diese Woche beide Häuser des Kongresses das von Präsident Bush geforderte 87 Milliarden Dollar-Paket für den Irakeinsatz diskutieren: alles, was dem Eindruck widerspricht, George Bush habe die Supermacht Amerika in der Irakfrage in die Isolation geführt, wird in dieser schwierigen Debatte sehr willkommen sein. Trotz der anhaltend schlechten Nachrichten aus dem Irak bleibt der Präsident bei seiner Botschaft: die Lage im Land sei besser, als von den Medien berichtet und die USA hätten gar keine andere Wahl, als so lange im Irak zu bleiben, bis alle Ziele erreicht sind. Dass er trotz aller Kritik der oppositionellen Demokraten durchaus eine Chance hat, die Amerikaner für eine solche Argumentation zu gewinnen, zeigt eine neueste Umfrage, die für den Präsidenten erstmals seit langem wieder eine Zustimmungsrate von weit über 50 Prozent: laut einer von Gallup und CNN durchgeführten Umfrage sind zur Zeit wieder 59 Prozent der Amerikaner mit der Amtsführung von George Bush einverstanden, etwa so viel wie vor dem Stimmungstief des Sommers.



 

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