Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Neutralität und EU, ZiB 2, 3.9.2007


Europäische Soldaten mit dem EU-Abzeichen an der Uniform: auf dem Balkan, im Kongo und im Nahen Osten waren sie bisher im Einsatz.
Von einer Europäischen Armee ist man weit entfernt, aber die EU soll immer mehr auch Verteidigungsunion werden, das ist das erklärte Ziel.
Die Koordinierung in Brüssel liegt in der Hand des sogenannten Politischen und Sicherheitspolitischen Komitees, dem auch Österreich angehört.
Die Neutralität war hier nie ein Thema.
Ab diesem Jahr will die EU Kampftruppen aufstellen, sogenannte Battle Groups, die sehr rasch einsetzbar sind. Österreich hat seine Teilnahme zugesagt.
ANTONIO MISSIROLI
SICHERHEITSEXPERTE
Das sind Einheiten, die fähig sein sollen bei Friedenseinsätzen auch Gewalt anzuwenden, um sich selbst zu verteidigen und um Zivilisten zu schützen.
Druck von der EU der NATO beizutreten sieht der Experte keinen.
Österreich muss selbst entscheiden.
Entscheiden muss Österreich auf jeden Fall diesen Herbst wie viele Soldaten und welches Gerät das Bundesheer bereitstellen will. Die EU-Kampfgruppe gemeinsam mit Deutschen, Tschechen und Iren soll ab 2012 einsatzbereit sein.
Die Verbindung zur NATO ist aus der europäischen Sicherheitspolitik trotzdem nicht wegzudenken.
Der Sprecher im NATO Hauptquartier verweist auf die österreichischen Truppen bei dem vom Nordatlantischen Bündnis geführten Kosovoeinsatz.
Ob die Neutralität einen Unterschied macht?
JAMES APPARTHURAI
NATO SPRECHER
Aus meiner Sicht nein, 20 Staaten beteiligen sich an der Partnerschaft für den Frieden, es funktioniert gut mit Österreich, genauso wie mit dem blockfreien Schweden.
Höchsten mehr Soldaten aus Österreich würde man sich wünschen, dringender Bedarf besteht vor allem in Afghanistan.
Was der NATO Sprecher von der Neutralitätsdiskussion in Österreich hält, lächelt man da manchmal?
Nein, nein, dazu haben wir keine Meinung.
Wenn es um die internationale Sicherheit geht ist Österreich nicht neutral, dann steht Österreich gemeinsam mit uns im Feld.
Dass Österreich nicht Mitglied der NATO ist die wichtigste konkrete Konsequenz der Neutralität. In der Praxis der europäischen Sichrheitspoltiik spielt die Tradition der Neutralen keine Rolle. Weder schafft sie große Probleme beim Aufbau einer Sicherheitsunion noch kann sie einen eigenen speziellen Beitrag leisten.


 

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