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New Orleans - schwieriger
Wiederaufbau, MiJ, 17.12.2005
Fast koennte man den Eindruck haben, es sei alles wie frueher, wenn durch
das historische French Quartier im Zentrum von New Orleans geht.
OT-Musik
Die Strassenmusikanten sind wieder da, und die Stadt ist sichtlich bemueht,
den Touristen den besten Eindruck zu machen.
OT Experte, viel zerstoert, aber Comeback
Aber bei naeherem Hinsehen merkt man, dass hoechstens jedes dritte Lokal
geoeffnet ist. Schutt und Abfall auf den Strassen zeugen wachsen, je weiter
man sich von den Touristengebieten entfernt. Und unversehens befindet
man sich in den Geisterstaedten der am staerksten getroffenen Bezirke,
in denen es auch nach mehr als 3 Monaten so aussieht, als sei Katrina
erst gestern durchgezogen. Dem Lower Ninth Ward, dem 9.Bezirk den selbst
die Bewohner erst seit 2 Wochen wieder betreten koennen, oder die Gegend
unter dem geborstenen Damm des Kanals an der 17.Strasse.
OT Rene
Rene.... hat vor wenigen Tagen sein durch das Hochwasser voellig zerstoerte
Haus geraeumt. Geblieben ist nur mehr die Schale, ob ein Wiederauf ueberhaupt
moeglich ist, kann niemand genau sagen.
OT
Rene ist der erste Heimkehrer, er hat ein grosses Prlakat: We want our
City back, wir wollen unsere Stadt zurueck, angebracht. Rundherum Schuttberge,
manchmal so hoch, wie die Haeuser. Es gibt weder Gas noch Strom, wie in
den meisten Gebieten der Stadt.
Kein Viertel der Bewohner von New Orleans sind bisher zurueckgekehrt,
trotz der dringenden Appelle des Buergermeisters. Die meisten leben weit
verstreut in den unterschiedlichsten Bundesstaaten in den Notunterkuenften,
fuer die die Katastrophenhilfebehoerde des Bundes noch ein paar Wochen
aufkommt.
Ob die Stadt die am staerksten zerstoerten Bezirke in New Orleans ueberhaupt
wiederaufbauen will, ist unklar.
Charles Patois inspiziert gerade sein unmittelbar neben einem der geborstenen
Daemme zerstoertes Haus:
OT
Zwei Jahre lang wird hier niemand zurueckkommen, ich weiss nicht was kommen
wird,vielleicht walzt man alles nieder und baut einen Golfplatz, das waere
gar nicht das schlechteste.
Was jedoch zu allererst geklaert werden muss in New Orleans, das ist die
Erneuerung der Schutzvorrichtungen rund um die Stadt. Denn weite Teile
liegen unter dem Meehresspiegel. An insgesamt 50 Stellen haben
Daemme, Kanaele und Pumpeinrichtungen versagt im Augenblick der Katastrophe.
Ob Konstruktionsfehler, schlechtes Material oder fehlende Wartung dafuer
ausschlaggebend waren, wird noch immer untersucht.
OT
Zumindest auf das gleiche Niveau wie vor dem Hurrikan Katrina, wollen
die fuer Bundesbauten solcher Ausmasse zustaendigen Pioniere das Schutzsystem
von New Orleans bringen. Bis zum 1.Juni des kommenden Jahres, denn dann
beginnt wieder die neue Hurrikansaison. Der Praesident hat dafuer an die
drei Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.
Aber in den letzten Tagen haeufen sich die alarmierenden Stimmen in der
amerikanischen Presse: New Orleans schwebt nach wie vor zwischen Leben
und Tod, liest man in der New York Times. Nur ein grosszuegiger Wiederaufbauplan
kann die Stadt retten. Von einem solchen haben die Bewohner bisher noch
nichts gemerkt.
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