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Nordkorea-USA: Tauwetter,
MoJ, 2.3.2007
Mit Nordkorea, dem vormals prominenten Teil von George Bushs Achse des
Boesen, zeichnet sich ein Tauwetter ab. Vor dem Kongress in Washington
bestaetigte der zustaendige Stellvertretende Minister Christopher Hill,
das Regime in Pjoengjang halte sich an seine Versprechnungen. Und kommende
Woche treffen erstmals seit langem wieder amerikanische und nordkoreanische
Vertreter zu bilateralen Verhandlungen zuammen.
BEITRAG
Seit George Bush Praesident ist hat sich die amerikanische Diplomatie
dagegen gewehrt mit Nordkorea direkte Verhandlungen zu fuehren. Doch Anfang
naechster Woche wird genau das in New York passieren. Der nordkoreanische
Vizeaussenminister hat amerikanischen Boden bereits betreten. Man will
die ersten Schritte in Richtung einer Normalisierung der diplomatischen
Beziehungen setzen. Das bevorstehende Treffen in New York ist eine Folge
des Sechsparteienabkommens von Mitte Februar, in dem sich Nordkorea fuer
umfangreiche Wirtschaftshilfe zum Abbau seines Atomreaktors bereit erklaert.
Auch im Streit um nordkoreanische Konten auf einer Bank im chinesischen
Macao zeichnet sich Entspannung ab. Die USA haben die kleine Banco Delta
Asia vor eineinhalb Jahren beschuldigt, als Geldwaescher fuer das Regime
in Pjoengjang zu agieren. Die nordkoreanische Regierung sowie Bankenvertreter
bestritten jede Schuld. Aber alle amerikanischen Finanzinistitutionen
stellten den Verkehr mit besagter Banco Delta Asia ein, worauf dieses
keine Geschaefte mehr taetigen konnte und nordkoreanische Konten in Millionenhoehe
eingefroren wurden. Nach amerikanischer Darstellung wurde dadurch der
luxurioese Lebensstandard der hoechsten Fuehrungsspitze um Kim Jong Il
schwer getroffen. Jetzt sind die USA bereit in einem ersten Schritt zumindest
die Haelfte der eingefrorenen Gelder freizugeben. Was denn aus den urspruenglichen
amerikanischen Beschuldigungen gegen die Banco Delta Asia geworden ist
fragen nur wenige, zu gross ist die Erleichterung, dass endlich ein amerikanisch-nordkoreanischer
Dialog in Gang kommt.
In einem entscheidenden Punkt scheinen die USA nicht mehr so ganz sicher
zu sein, dass die Vorwuerfe gegen Nordkorea auch tatsaechlich stimmen.
Als die Regierung Bush im Jahr 2002 das urspruenglich von Bill Clinton
ausgehandelte Abkommen mit Pjoengjang aufkuendigte, da gaben die USA ein
angebliches geheimes nordkoreanisches Programm zur Urananreicherung als
Grund an. Das war die Zeit, in der der CIA auch ganz sicher war, dass
Saddam Hussein ueber Massenvernichtungswaffen verfuegt. Diese Woche musste
der CIA zugeben, dass man nicht mehr so sicher ist, ob es dieses geheime
Urananreicherungsprogramm je gegeben hat. Die Atombombe, die Nordkorea
vor einem halben Jahr gezuendet hat, ist aus Plutonium gebaut worden,
nicht aus angereichertem Uran.
Plutonium entsteht aus der Wiederaufbereitung von Brennstaeben, die unterbrochen
war, als die USA 2002 den gesamten Verhandlungsprozess wegen des angeblichen
geheimes Urananreicherungsprogramms abbrachen.
Wenn sich jetzt herausstellt, dass diese Beschuldigung nur auf sehr duennen
Beinen stand, dann ist das ein neuerliches Fragezeichen ueber der Nordkoreapolitik
der letzten Jahre.
Auch der Atomstreit mit dem Iran ist betroffen. Schliesslich steht auch
hier der Vorwurf der Urananreicherung zu militaerischen Zwecken im Zentrum.
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