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Obama kandidiert, MiJ, 10.2.2007
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Die Vorwahlen fuer die amerikanischen Praesidentschaftswahlen 2008 sind
zwar noch ein Jahr entfernt, aber der Wahlkampf hat laengst begonnen.
Einer der Ueberraschungskandidaten bei den Demokraten, dem die Meinungsforscher
gute Chancen zugestehen, wird heute offiziell seine Kandidatur bekannt
geben: Barack Obama, der einzige afroamerikanische Senator und eines der
neuen Gesichter in der amerikanischen Politik.
Barack Obama ist nicht der erste Afroamerikaner, der fuer das Praesidentenamt
kandidiert. Auch Jesse Jackson und andere Aktivisten der Buergerrechtsbewegung
haben bereits frueher den Versuch gewagt. Aber schon lange nicht war die
politische Situation so offen zu Beginn eines Wahlkampfes.
Mit seiner optimistischen Botschaft liegt der charismatische Senator im
Main Stream der amerikanischen Politik. Meinungsumfragen zeigen, dass
er bei Weissen sogar besser ankommt, als bei Afromerikanern.
Noch vor einem Jahr haette er sich nicht traeumen lassen, in einer solchen
Situation zu sein, laesst der Kandidat seine Fans via Internet wissen.
Als Barack Obama vor zwei Jahren als e Vertreter des Bundesstaates Illionois
in den Senat gewaehlt wurde, da war er einem breiteren Publikum vor allem
durch seine Autobiografie Dreams from My Father bekannt, die zum Bestseller
wurde. Obamas Vater kam aus Kenya, seine Mutter war weisse Amerikanerin
aus dem Midwest. Aufgewachsen ist der Politiker mit dem exotischen Namen
in Indonesien und Hawai.
Mit seinem Aufruf zur Ueberwindung der Spaltung des Landes auf dem demokratischen
Wahlparteitag 2004 galt der Landespolitiker aus Chicago bereits damals
als Nachwuchshoffnung.
Wir sind doch ein Volk, mit einer Fahne, eben, die Vereinigten Staaten
von Amerika, rief er den Delegierten zu.
Seit damals gilt Barack Obama als erfrischend neues Gesicht auf einer
politischen Buehne voller bekannter Namen.
Einer der Vorteile des Newcomers gegenueber seinen Mitbewerbern: den Irakkrieg
hat er stets abgelehnt. Eine Haltung, an der Obama auch im Senat in Washington
festhielt.
Die Zeit unseres Engagements im Irak geht zu Ende. Wir muessen das Truppenkontingent
begrenzen und die Eskalation stoppen. Nach meinem Plan soll der Abzug
aller amerikanischen truppen aus dem Irak am 31.Maerz des naechsten Jahres
beendet sein.
Im Bundesstaat New Hampshire, wo die ersten Vorwahlen stattfinden, gab
bei den Versammlungen mit Barack Obama ploetzlich so viele Interessenten,
dass die Veranstalter den Saal wechseln mussten.
Die Abhaengigkeit Amerikas vom Erdoel wirft der Kandidat dem Praesidenten
vor, sie gefaerhdet unsere Sicherheit und jetzt sogar den ganzen Planeten.
Dafuer jedoch stecken wir immer noch in einem tragischen und teuren Krieg,
den wir nie haetten fuehren sollen.
Mit seinem sehr fruehen formellen Wahlkampfstart am heutigen Samstag versucht
der junge Senator das grosse Medieninteresse zu nuetzen. Er muss Aktivisten
organisieren und Spenden sammeln um gegenueber Hillary Clinton auzuholen,
der Favoritin unter den demokratischen Bewerbern.
Die schwarze Hautfarbei des Kandidaten hat bisher nur ein Parteikollege
mit der herablassenden Bemerkung angsprochen, Obama sei ausdrucksstark
und clean, was makellos, aber auch sauber bedeutet. Allgemeines Kopfschuetteln
war die Folge. Umfragen zeigen , dass nach wie vor nicht wenige Amerikaner
zoegern wuerden, einen Afromamerikaner zum Praesidenten zu waehlen. Die
Zahl der Skeptiker gegenueber einer Frau an der Staatsspitze ist viel
kleiner.
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