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Oberster Richter Renquist
erkrankt, ZiB 1, 26.10.2004
William Renquist gehoert zu
jenen Richtern, die einst noch von Richard Nixon ernannt wurden. Unter
seiner Fuehrung verfolgte das Hoechstgericht einen konservativen Kurs.
Vor vier Jahren beim Wahlchaos in Florida entschieden die Obersten Richter
fuer George Bush.
William Renquists Stimme gab den Ausschlag, so knapp war der Entscheidung.
Der Praesident verdankt vor allem ihm das Amt, sagen Kritiker.
Auch in der Abtreibungsfrage zeigt sich das grosse Gewicht des Obersten
Gerichtes.
Trotz starken Drucks christlicher Konservativer hat sich bisher keine
Mehrheit gefunden, das Recht auf Abtreibung rueckgaengig zu machen.
Niemand weiss, wie gefaehrlich Renquists Krebserkrankung ist. Doch auch
drei weitere hochbetagte Richter sind gesundheitlich angeschlagen.
Das macht die Ernennung von Hoechstrichtern, eine der wichtigsten Entscheidungen
fuer jeden Praesidenten, zu einem Wahlkampfthema fuer beide Kandidaten.
Wenn gleich mehrere Mitglieder des Obersten Gerichts vor dem Rueckzug
stehen, wie jetzt, dann heisst das, dass der zukuenftige Praesident die
Chance hat neue Mehrheitsverhaeltnisse in dem bisher gemaessigt konservativen
Hoechstgericht schaffen kann. George Bush oder John Kerry, je nach dem
wer, dann im Weissen Haus sitzt, wuerde gesellschaftspolitische Weichen
fuer viele Jahre stellen.
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