Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

Fenster schließen
 
  Aktuelle Analysen
   

Olympiaboykottdiskussion in der EU, ZiB 1, 27.3.2008

Was wir in Europa jetzt erleben, das ist eine Grundsatzdiskussion, die es seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr gegeben hat. Da stand ja auch die Frage, welche Beziehungen sollen Demokratien zu Diktaturen pflegen, im wirtschaftlichen Bereich genauso wie in der Politik. Und: wie sinnvoll sind Boykottmaßnahmen?
In der EU heute fällt auf, dass sich vor allem Vertreter aus ehemaligen Ostblockstaaten in der Tibetfrage stark engagieren und zumindest für teilweisen Boykott aussprechen. Der tschechische Präsident, der polnische Ministerpräsident, so haben sich insoferne festgelegt, dass sie an der Eröffnungsfeier in Peking nicht teilnehmen wollen. Die meisten westeuropäischen Regierung sind vorsichtiger.
Morgen werden hier in Slowenien erstmals die EU-Außenminister die Tibetfrage diskutieren. Man wird versuchen Signale gegen die Repression zu senden, aber gleichzeitig keinen totalen Bruch mit China riskieren.
Könnte es zu einem Totalboykott kommen?
Ein Boykott der sportlichen Wettkämpfe ist nicht realistisch, das wird auch ach von kaum jemand gefordert. Eine solche Diskussion käme nur auf, wenn es eine katastrophale Verschlechterung der Lage in China gäbe, die niemand wünschen kann.
Versuchen wird man ein abgestimmtes Vorgehen der EU bei der Eröffnungszeremonie, wo ja die Staats und Regierungschefs geladen sind. Das hinzukriegen wird schon schwer genug.

 

nach oben, Fenster schließen

 
  site by Adrian Rossmann