Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

Fenster schließen
 
  Aktuelle Analysen
   

Osterweiterung positiv, ZiB 2, 20.2.2009

Die neuen Mitgliedsstaaten der EU und ihre Bürger sind von der Weltwirtschaftskrise zwar besonders stark betroffen.
Die Währungen verlieren an Wert, die Banken stehen unter Druck.
Aber Osteuropa als Krisengebiet zu sehen,
das wäre grundfalsch, sagt die Europäische Kommission in Brüssel.
Als große EU, mit 27 Mitgliedern, sind wir in Wirklichkeit besser gerüstet gegen die globale Krise, weil wir als großer Wirtschaftsraum mehr bewegen können gegen die Rezession, sagt Finanzkommissar Almunia.
Dass westliche Banken beginnen frisches Kapital in ihre Töchter im Osten zu stecken, das ist ein gutes Zeichen in schwierigen Zeiten.
Denn der ausländische Anteil an den Banken ist riesig.
80 Prozent der Banken in Bulgarien, Rumänien und Tschechien haben Mütter im Westen.
Über 9o Prozent der Banken in der Slowakei, 60 Prozent in Ungarn sind Töchter westlicher Institute.
Die Wirtschaft in vielen neuen Mitgliedsstaaten wächst noch, während sie im Westen schrumpft.
Auch die Löhne schlossen auf. Zu der manchmal befürchteten Völkerwanderung ist es nicht gekommen.
Heute steht Europa gerüstet da, den schwächeren Volkswirtschaften zu helfen, ist Kommissar Almunia optimistisch. Die EU-Staaten sollten ihre Finanzhilfe für die neuen Mitglieder aber besser koordinieren.
Diese Töne aus Brüssel klingen heute nicht sehr anders als die Warnungen aus Wien vor wenigen Tagen.
Doch die Osteuropainitiative der österreichischen Regierung, die Finanzminister Pröll durch halb Europa führte, hat bei den Partnern anfangs keinen Widerhall gefunden.
Finanzminister Steinbrück, am 10.2.2009, da weiß ich gar nichts darüber.
Sogar im Europäischen Parlament hatten die österreichischen Abgeordneten keine Informationen. Was wir wissen, haben wir aus den Zeitungen, sagt die Europaabgeordnete Maria Berger.
Die politische Willenserklärung der Europäischen Union, dass man in der äußersten finanziellen Not kein Mitgliedsland, ob alt oder neu, alleine lassen wird, die könnte es bei einem der bevorstehenden Krisengipfel tatsächlich geben. An die ursprüngliche österreichische Initiative werden sich aber nur die allerwenigsten erinnern. Denn dazu hat die Kommunikation zwischen Wien und Brüssel rund um Österreichs Osteuropainitiative einfach zu schlecht funktioniert.
An Finanzhilfe im großen Stil denkt heute die Europäische Kommission:
Die Europäer sollen neue Gelder beim Internationalen Währungsfonds zu einer EU-Einlage bündeln, damit mehr Mittel für den Notfall da sind.
Ob Europa in der Krise zusammenhält, das wird aber letztlich von den Bürgern abhängen, sowohl in den alten wie in den neuen Mitgliedstaaten.

 

nach oben, Fenster schließen

 
  site by Adrian Rossmann