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Papandreou hofft auf EU-Hilfe,
ZiB 13, 18.3.2010
Gehrer Stefan (ORF)
In Brüssel begrüße ich unseren Korrespondenten Raimund
Löw. Die
Finanzminister der EU, der Euro-Zone genauer gesagt, haben vor
kurzem ja Griechenland schon finanzielle Hilfe zugesagt. Warum
reicht das den Griechen nicht aus?
Löw Raimund (ORF)
Weil das bisher politische Versprechen waren, dass man
Griechenland im äußersten Notfall eines Staatsbankrottes retten
wird. Das hat auch geholfen, die Lage zu stabilisieren, aber die
griechische Regierung muss sehr, sehr hohe Zinsen zahlen um Geld
aufzunehmen, und Papandreou - der griechische Ministerpräsident -
sagt, wenn das so weitergeht, dann gehen eigentlich all die
Einsparungen durch Lohnkürzungen, durch Pensionskürzungen, durch
Steuererhöhungen in Richtung der spekulativen Fonds, die diese
Zinsen kassieren - und das würde den gesamten Sanierungsplan
zunichtemachen. Normalerweise wendet sich eine Regierung, die sich
auf ein derartiges Sparprogramm festlegt, an den Internationalen
Währungsfond, der gibt dann günstige Kredite, das schafft in
der
Regierung Spielraum, aber im Euro-Raum gibt es diesen Mechanismus
nicht.
Gehrer Stefan (ORF)
Und von Seiten des IWF hat es ja auch schon Gespräche mit
Griechenland gegeben, Griechenland finanziell zu helfen, aber die
Griechen wollen das nicht. Warum eigentlich nicht? Sich helfen zu
lassen, ist ja auch nichts Ehrenrühriges.
Löw Raimund (ORF)
Die griechische Regierung ist jetzt nicht so ganz sicher, aber im
Euro-Raum, in Europa, war bisher die vorherrschende Meinung, dass
das ein bedenkliches Zeichen der Schwäche wäre, wenn sich ein
Euro-Land an den Internationalen Währungsfond wenden muss. Es ist
ja auch nicht so, wenn Kalifornien Finanzprobleme hat, dass dann
Arnold Schwarzenegger beim Internationalen Währungsfond anklopft,
eine Währungseinheit, eine Regierung, ein Währungs-Raum hat
Mechanismen mit solchen Problemen fertig zu werden. Daher gibt es
ja auch jetzt im Euro-Raum die Diskussion um einen Europäischen
Währungsfond. Aber so lange kann Griechenland sicher nicht warten
Papandreou hofft schon auf eine Entscheidung für Notkredite für
sein Land beim Gipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs
nächste Woche.
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