Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Papandreou vor dem Europaparlament, MiJ, 18.3.2010

Seelmann Helene (ORF)
Vor dem Wirtschafts- und Finanzausschuss des Europa-Parlaments in
Brüssel stand heute der griechische Premierminister Giorgos
Papandreou den Abgeordneten Rede und Antwort. Das
Sanierungsprogramm der Regierung sei unumkehrbar und eine Chance
für sein Land, aber ohne die Unterstützung der Europäer werde er
nicht erfolgreich sein. Eine Entscheidung der EU erwartet
Papandreou vom EU-Gipfel nächste Woche, berichtet aus Brüssel,
Raimund Löw.

Löw Raimund (ORF)
Im fließenden Englisch beantwortet der griechische
Premierminister die drängenden Fragen der Abgeordneten. Nur auf
die griechischen Landsleute reagiert Papandreou in der
Muttersprache. Die Botschaft des Regierungschefs ist klar,
entweder Europa hilft mit Kreditangeboten oder Griechenland könnte
gezwungen sein, sich an den Internationalen Währungsfonds in
Washington zu wenden, denn die Sparauflagen der Europäer sind
genauso streng wie jene der internationalen Finanzinstitutionen,
nur gab es aus Brüssel bisher keine stützenden Kredite, die aber
der Währungsfonds anbietet. Der österreichische Abgeordnete
Hans-Peter Martin will wissen, ob im Streit über die griechischen
Finanzen die Vergangenheit des Zweiten Weltkrieges wieder
hochkommt.

Martin Hans-Peter (Liste Dr. Martin)
Wir haben wahrgenommen, dass die Debatte um die
Reparationszahlung für Deutschland in Griechenland wieder
aufgekommen ist.

Löw Raimund (ORF)
Für die europäische Volkspartei verlangt ÖVP-Abgeordneter Othmar
Karas Klarheit über die griechischen Anforderungen.

Karas Othmar (ÖVP)
Was können sie alleine in Griechenland nicht lösen auf dem Boden
unserer Regeln und wo müssen wir kurzfristig solidarisch handeln.

Löw Raimund (ORF)
Allein werden wir die wilden Pferde der Märkte nicht zähmen
können, argumentiert Papandreou, vor allem dann, wenn sie
spekulieren.

Papandreou Giorgos (PASOK)
We can not alone fight the horses of the market, particularly if
they speculate. This is where we need your help.

Löw Raimund (ORF)
Die Frage deutscher Reparationen für Griechenland sei offen, aber
nicht aktuell. Konkret erhofft der griechische Regierungschefs vom
EU-Gipfel nächste Woche eine Entscheidung, dass Notkredite der EU
bereitgestellt werden, damit die exorbitanten Zinsen, die
Griechenland für seine Staatsanleihen zahlen muss, die
Sanierungsbemühungen des Landes nicht völlig zunichtemachen.
Andernfalls wäre wohl der Gang Athens zum Internationalen
Währungsfonds unvermeidlich, der von den meisten Euro-Ländern aber
bisher abgelehnt wurde. Wenn die Euro-Zone mit einem hausgemachten
Problem nicht fertig wird, dann wäre das wohl ein gefährliches
Eingeständnis der eigenen Schwäche.

 

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