Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Partnerschaft EU-Russland geplant, AJ, 26.5.2008


Die EU-Außenminister haben heute in Brüssel das O.k. für Verhandlungen mit Russland gegeben, die schließlich zu einem neuen Partnerschaftsabkommen führen sollen. Europa erhofft sich von einem solchen Abkommen vor allem größere Sicherheit bei der Öl- und Gasversorgung.
Für Slowenien, das zur Zeit den Vorsitz führt in der EU, ist das grüne Licht für die Russlandverhandlungen ein mühsam erkämpfter Erfolg. Litauen, das die russische Vorherrschaft in der Zeit der Sowjetunion noch lebendig in Erinnerung hält, stellte immer zusätzliche Forderungen. Geeinigt hat man sich schließlich darauf nicht allein die Wirtschaft ins Zentrum der Verhandlungen zu stellen. Die EU will auch dem kleinen Kaukasusstaat Georgien helfen, seinen Konflikt mit Russland friedlich zu lösen. Russland unterstützt die beiden von Georgien abgespaltenen Provinzen Abchasien und Südossetien, Österreichs Außenministerin Plassnik setzt auf den neuen russischen Präsidenten Medwedew.
OT Plassnik
Im zukünftigen Partnerschaftsabkommen soll es auch um Menschenrechte und Demokratie gehen. Aber für die meisten EU-Mitgliedsstaaten ist Gas und Öl das wichtigste Verbindungsglied. Ein Viertel der Gasversorgung der EU kommt aus Russland. In Österreich und Deutschland ist der Anteil noch viel größer. Man will vertraglich absichern, dass der russische Gashahn nicht benützt wird, um politische Interessen durchzusetzen. Russland wiederum verlangt besseren Zugang für russische Großunternehmen und Staatsfonds auf dem europäischen Markt.
Polen und Schweden haben parallel dazu vorgeschlagen, eine neue östliche Partnerschaft der EU mit den nichtrussischen Nachbarn wie der Ukraine, Moldova oder dem Kaukasus anzupeilen. Bei Luxemburgs Aussenminister Asselborn ist die Sorge vor einer Zersplitterung der Union deutlich zu vernehmen.
OT Asselborn
Einig waren die EU-Außenminister, dass der schwierige Afghanistaneinsatz verstärkt werden soll. Die Zahl der Ausbildner aus der EU für die afghanische Polizei wird demnächst verdoppelt.

 

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