Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Pläne für Griechenlandhilfe, MiJ, 13.3.2010


Der kommende Montag gilt seit langem als Schlüsseltermin für Griechenland. Die Finanzminister der EU haben den harten Sparplan der Regierung in Athen zu bewerten und der hat den Segen der Europäischen Union. Jetzt müsste es eigentlich an den Europäern sein ihren Teil des Deals einzuhalten und die versprochene Solidarität mit Griechenland zu konkretisieren. Die Situation ist günstig. Der Euro zieht wieder an und die jüngste griechische Staatsanleihe hat sich gut verkauft, ganz ohne Hilfe aus Europa. Aber die Krise ist noch lange nicht ausgestanden. Auf 55 Milliarden Euro beläuft sich der Finanzbedarf des griechischen Staates in diesem Jahr. 20 Milliarden muss sich die Regierung noch dieses Frühjahr ausborgen. Da kann viel passieren. Seit Wochen arbeiten die Finanzexperten der EU an Konzepten, wie Finanzhilfen für Griechenland konkret aussehen könnte. Eine Schlüsselfunktion kommt dem Wirtschafts-und Finanzausschuss in Brüssel, der die Sitzungen der Finanzminister vorbereitet. Wenn alles gut geht, könnten die Experten Montag Abend den Finanzminister der Eurogruppe den lange erwarteten Mix aus Krediten und Kreditgarantien vorschlagen, der Griechenland im Notfall retten soll. Die Schwierigkeit dabei: rein rechtlich verbietet die sogenannte No Bailout Klausels des Stabilitätspaktes Finanzhilfen bei Zahlungsunfähigkeit eines Eurostaates. Aber bei außergewöhnlichen Umständen ist gegenseitige Unterstützung zur Stabilisierung des Euro doch wieder erlaubt. Auf diesen Paragrafen des Vertrages von Maastricht wollen sich die Finanzminister angesichts der laufenden Spekulationsattacken gegen den Euro berufen. Politisch liegt das größte Problem beim apodiktischen Nein mächtiger Kreise in Deutschland zur Unterstützung von Euroländern mit schwächelnden Staatsfinanzen. Als wichtigste Wirtschaftsmacht, die nur mit Mühe überzeugt werden konnte die DM zu Gunsten des Euro aufzugeben, hat Deutschland in der Europäischen Finanzpolitik eine Sonderstellung. Aber im Moment spricht Berlin nicht mit einer Stimme. Angela Merkel, die Kanzlerin, und Finanzminister Schäuble senden unterschiedliche Signale nach Brüssel. Während Schäuble aktiv nach europäischen Lösungen strebt, steht Angela Merkel auf der Bremse. Juristisch muss jeder Rettungsplan sowieso so gut durchdacht sein, dass er auch eine möglich Anfechtung vor dem deutschen Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe überstehen kann. Klar ist inzwischen, dass ein Auffangnetz für Griechenland nicht von der gesamten Europäischen Union, sondern von den 16 Eurostaaten getragen würde. Als Schlüssel gelten die jeweiligen Anteile an der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, womit Deutschland und Frankreich die wichtigsten Säulen wären. Aber selbst wenn die Euro-Finanzminister am kommenden Montag tatsächlich ihr detaillierteres Hilfsnetz präsentieren, wird die Hoffnung bleiben, dass es vielleicht gar nicht gebraucht wird, wenn sich Griechenland seinen Finanzbedarf wie bisher auf den Märkten selbst besorgen kann.


 

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