| |
|
Powell Ruecktritt, ZiB 2,
15.11.2004
Ist Colin Powell wirklich
freiwillig zurueckgetreten?
Die Initiative, die ist ganz klar von ihm ausgegangen, Anzeichen, dass
er gehen will hat es ja bereits in den vergangenen Wochen gegeben. Aber:
der Praesident hat auch nichts getan, um Powell zu halten, das muss man
auch sehen.
Bei seiner Erklaerung heute ist Powell ganz der loyale Mitarbeiter gewesen,
als der er in diesen vier Jahren auch agiert hat.. Aber politisch war
der rasche Ruecktritt doch ein Signal, dass Powell gehoerige Distanz sehen
will zwischen sich und dieser anbrechenden neuen Amtszeit von George Bush.
Hier in New York, bei den Vereinten Nationen, haben ja viele gehofft,
dass Powell trotz allem doch noch bleiben wird. Viele haben das Gefuehl
gehabt, dass er der einzige war in der Administration, der ein offenes
Ohr fuer die UNO hatte und der die Anliegen der Weltorganisation auch
ernst genommen hat.
Steht Condolezza Rice als Powell-Nachfolgerin fest?
Das scheint ziemlich fix zu sein, sie wird immer wieder genannt. Rice
war ja als Nationale Sicherheitsberaterin in Weissen Haus jetzt schon
eine der Architekten der amerikanischen Aussenpolitik. Sie ist eine ganz
enge Vertraute des Praesidenten. Und fuer den Karriereschritt vom Weissen
Haus ins State Department gibt es ja Praezedenzfaelle, Henry Kissinger
ist der bekannteste.
Im Kraeftespiel innerhalb des Kabinetts, bei diesen grossen Spannungen
zwischen Aussenministerium und Pentagon, da hat Condolezza Rice eine vermittelnde
Position eingenommen. Sie ist vor allem eine Bush-Loyalistin, so jemand
an der Spitze des Aussenministeriums, das kann fuer den Rest der Welt
auch von Vorteil sein. Da weiss man wenigstens, wie der Praesident denkt.
Es werden auch manchmal andere Namen genannt. Etwa John Danforth, der
amerikanische UNO-Botschafter, ein ehemaliger Senator und episkopaler
Prediger. Oder einer der wenigen verbliebenen republikanischen Internationalisten
im Senat.
Aber die besten Karten hat Condolezza Rice.
nach oben,
Fenster schließen
|