Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

Fenster schließen
 
  Aktuelle Analysen
   

Propagandavideos Irak, ZiB 1, 26.11.2005

Trotz aller Hoffnungen der USA, dass der Wahltermin fuer ein neues irakisches Parlament im kommenden Monat einen politischen Prozess in Gang bringen koennte, der die Aufstandsbewegung schwaecht, gibt es unveraendert fast jeden Tag neue blutige Anschlaege. Doch der Kampf um den Irak wird auch als Propagandaschlacht gefuehrt, ueber das Internet verbreitete Propagandavideos sind das wichtigste Medium der Rebellen. Die amerikanischen Militaerbehoerden sehen darin manche ihrer Vorstellungen durchaus bestaetigt.
Es sind Videoaufnahmen eines erbarmungslosen Kampfes. Der amerikanische Soldat auf Patrouille wird beschossen und gefilmt zugleich.
Das Propagandavideo der Untergrundkaempfer ist den amerikanischen Militaerbehoerden in die Haende gefallen, sie geben es weiter an die westlichen Medien, um zu beweisen, wie unmenschlich die Rebellen agieren.
Dieses Al kaida Video verherrlicht vier Selbstmordattentaeter. Der Abschied von der Familie. Die Anspannung. Und das Ende.
Oeffentlichkeitsarbeit der Marke Al Kaida: sie ist die Antwort der Terroristen auf die taeglichen Pressekonferenzen der amerikanischen Armee, mit ihren Karten und ihren Videos.
Das Pentagon glaubt nicht an die PR Wirkung dieser Videos. Denn in der Realitaet sind nicht amerikanische Soldaten, wie hier im Video, sondern irakische Zivilisten die haeufigsten Opfer der Angriffe. Das sei der Bevoelkerung sehr wohl bewusst.
Genau so war es auch diese Woche, als amerikanische Soldaten Thanksgiving-Geschenke an Kinder verteilten, als ein Selbstmordattentaeter zuschlug.
Bestaetigt fuehlt sich das Pentagon auch durch diese Szene im Rebellenvideo: der Posten wird getroffen, aber seine Panzerung haelt und der Soldat erwidert das Feuer.
Die Videos der irakischen Untergrundorganisationen moegen unglaubwuerdig sein und die Erfolge der Rebellen masslos uebertreiben, wie das Pentagon versichert. Aber sie zeigen einmal mehr, dass die USA es im Irak sicher nicht mit Amateuren zu tun haben.


 

nach oben, Fenster schließen

 
  site by Adrian Rossmann