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Pseudoreporter im Wiessen
Haus?, ZiB 3, 11.2.2005
Zwei Jahre lang war der Mann
unter dem Namen Jeff Gannon regelmaessiger Gast bei allen Pressekonferenzen
im Weissen Haus.
Sogar der Praesident liess ihn eine Frage stellen.
Die war aber derart voller Polemik gegen die Demokraten, dass im Internet
die Recherchen begannen.
Und siehe da, Jeff Gannon heisst gar nicht Gannon, sondern James Dale
Guckert.
Im Internet hat er SexAdressen registriert.
Seine politische weit rechts stehenden Kommentare erscheinen in einer
republikanischen Homepage in Texas.
Im Kongress wurde dem Mann der Presseausweis verweigert, weil er kein
echter Journalist sei.
Das Weisse Haus sah das anders und selbst der Geheimdienst, der alle Besucher
streng ueberprueft, liess ihm das schuetzende Pseodonym durchgehen.
Einer rechter Pseudojournalist im groessten Heiligtum der amerikanischen
Politik? Die Frage empoert die Demokraten.
Die wussten, wer er war, schimpft die New Yorker Abgeordnete Louise Slaughter.
Wir werden zum Narren gehalten mit Propaganda, getarnt als Journalismus,
das kann man sich doch nicht gefallen lassen, meint sie.
Die Besuche im Weissen Haus hat Guckert alias Gannon inzwischen eingestellt
und auch aus dem Internet zog er sich zurueck. Aus Sorge um die Familie,
wie er schreibt.
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