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Reaktionen Abstufung durch Rating-Agenturen, ZiB 1, 6.12.2011
Der österreichische Nationalbankgouverneur Ewald Nowotny spricht von einer politisch motivierten Entscheidung der Ratingagentur Standard and Poors. Wird diese Einschätzung geteilt in Brüssel?
Es kommt nicht völlig überraschend. F, die NL auch Ö waren schon früher in Diskussion. Neu ist die Warnung an die D und alle 6 Triple AAA Länder in Europa und in der logischen Folge auch an den Euroschutzschirm, der die wichtigste Errungenschaft der Europäer in der Finanzkrise ist, dessen Bonität laut Standard and Poors auch nicht sich ist.
Das ist ganz klar ein politisches Signal an den EU-Gipfel diese Woche.
Eine Ratingagentur versucht da Politik, was eigentlich ein starkes Stück ist.
Helfen könnte das theoretisch Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, die ja gerade dabei sind einen raschen Umbau des Euroraumes einleiten wollen in Richtung mehr Sparpolitik und größere Budgetkontrolle durch Europa. Insofern ist Europa nicht unvorbereitet.
Aber es stellt sich natürlich auch die Frage, warum es die Europäer nicht geschafft haben sich unabhängiger zu machen, von großen amerikanischen Ratingagenturen wie Standard an Poors.
Für die europäischen Regierungen sind diese Warnschüsse eine böse Überraschung. Wie können oder wollen die Europäer denn reagieren?
Es gibt einen Vorschlag der Europäischen Kommission, die Rating Agenturen besser zu kontrollieren. Aber den Regierungen war es in der letzten Zeit wichtiger das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen als die Finanzwelt an die Kandare zu nehmen.
Das ginge sowieso nur, wenn die Europäer wirklich geschlossen auftreten. Kein einzelnes Land hat gegenüber Banken, Fonds und Ratingagenturen eine Chance.
Vielleicht sollten sich die Europäer an der Gelassenheit der USA ein Beispiel nehmen. Die USA sind in diesem Jahr tatsächlich heruntergestuft worden. Das war unangenehm, aber wirklich erschüttert hat das niemand. Die amerikanische Wirtschaft und der amerikanische Staat haben es überlebt.
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