Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Renquist Nachfolger nominiert, AJ, 5.9.2005



William Renquist, der langjaehrige Oberste Hoechstrichter Amerikas ist noch nicht einmal begraben, da trat George Bush vor die Presse um einen Nachfolger zu nominieren. Mit der ungewoehnlich raschen Entscheidung fuer John Roberts versucht der Praesident in einer fuer ihn schwierigen Situation zusaetzliche scharfe politische Konfrontationen um die Position des einflussreichen Vorsitzenden des Obersten gerichtes zu vermeiden. Roberts ist als relativ junger Bundesrichter zwar ein Newcomer fuer das Hoechstgericht, aber der konservative Jurist hat auch unter liberalen Politikern keinen schlechten Ruf. Die Hearings im Senat, der jeden Hoechstrichter bestaetigen muss, werden zweifelsohne hart sein. Aber es ist unwahrscheinlich, dass die oppositionellen Demokraten eine Blockade der Bestellung versuchen werden. Fuer die politisch heikle Suche nach einem Nachfolger fuer Roberts, den George Bush ja bereits vor Wochen als Ersatz fuer die angesehene pensionierte Richterin Sandra Day O'Conner ins Rennen geschickt hat, kann sich der Praesident dann etwas Zeit lassen. Die Administration durchlebt zur Zeit eine der kritischsten Phasen der Praesidentschaft Bush. Zu schlechten Umfragewerte wegen des Irakkrieges kommt ein sich nicht legen wollender Sturm der Kritik wegen des schlechten Krisenmanagements in New Orleans. Seit er Praesident ist, hat George Bush die Presse noch nie so geschlossen gegen sich gehabt, wie in den letzten Tagen. Durch einen neuerlichen Besuch in Louisiana und Mississippi versucht Bush heute den katastrophalen Eindruck der letzten Woche zu korrigieren, die Regierung unternehme zu wenig um den Opfern zu helfen.

 

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