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Republikanische Praesidentschaftskandidaten,
MoJ, 7.2.2007
So frueh wie noch nie hat
in den USA der Wahlkampf fuer die Praesidentenwahlen 2008 begonnen. Zwar
beginnen die Vorwahlen erst in knapp einem Jahr. Jeden Tag melden sich
jedoch neue Bewerber fuer das maechtigste Amt der Welt. Zuletzt hat der
ehemalige Buergermeister von New York, Rudolph Giuliani, seine Kandidatur
angekuendigt.
Schon bisher waren amerikanische Praesidentschaftswahlkaempfe, mit dem
langgezogenen Prozess der Vorwahlen, ein Politmarathon, der sich weit
ueber ein Jahr gezogen hat. Doch diesmal werden alle Rekorde geschlagen.
George Bush hat zwar noch fast zwei Jahre zu regieren, die politische
Diskussion dreht sich jedoch zunehmend um seine potentiellen Nachfolger.
Der ungewoehnlich fruehe Wahlkampfstart, hat einen Grund: schon lange
nicht war das Rennen so offen fuer beide Parteien. Wenn kein Amtsinhaber
kandidiert, dann baut eine Regierungspartei in der Regel zumindest den
Vizepraesidenten als Kronprinzen auf. Doch Dick Cheney ist nicht interessiert.
Mit Rudolph Giuliani, dem ehemaligen Buergermeister von New York, haben
die Republikaner jetzt einen zusaetzlichen in ganz Amerika bekannten Bewerber.
John McCain, der eigenwillige Senator und ehemalige Kriegsgefangene in
Vietnam, galt bisher als der Favorit. Aus der langen Liste der republikanischen
Politiker, die ebenfalls eine Kandidatur anstreben, sticht noch Mitt Romney
heraus, der Gouverneur von Massachussets, dessen Zugehoerigkeit zur Mormonenkirche
bereits fuer einige Diskussion gesorgt hat.
Rudolph Giulianis groesstes Problem sind die republikanischen Vorwahlen,
bei denen Waehler aus der Christlichen Rechten den Ton angeben. Als Buergermeister
von New York hat sich Giuliani fuer das Recht auf Abtreibung ausgesprochen
und immer wieder ist er demonstrativ bei den Gay Parades der Homosexuellenorganisationen
mitmarschiert. Fuer den evangelikalen Fluegel seiner Partei ist er ein
rotes Tuch. Auch die einflussreiche Schusswaffenlobby lehnt Giuliani ab.
Seinen Kampf gegen die Kriminalitaet hat er in New York mit strengen Massnahmen
gegen die liberalen Verkaufspraktiken fuer Pistolen und Revolver gefuehrt.
Auch das Privatleben des schillernden Ex-Buergermeisters ist so gar nicht
nach dem Geschmack konservativer Moralhueter: Giuliani war gleich dreimal
verheiratet.
Sollte der wortgewaltigen New Yorker jedoch den Huerdenlauf bis ins Finale
schaffen und tatsaechlich republikanischer Praesidentschaftskandidat werden,
dann geben ihm die Meinungsforscher die besten Chancen. Selbst Hillary
Clinton wuerde er nach aktuellen Umfragen schlagen, und das obwohl Giuliani
den unpopulaeren Irakkrieg des Praesidenten unterstuetzt.
Der Irakkrieg ist inzwischen zur groessten Belastung fuer John McCain
geworden. Denn McCain hat in seiner Kritik an der Kriegsfuehrung durch
George Bush und Donald Rumsfeld immer mehr Soldaten gefordert. Mit seiner
juengsten Truppenverstaerkung hat sich George Bush diese Forderung umgesetzt
und McCain wird mit dem unpopulaeren Krieg jetzt fast so stark identifiziert,
wie der Praesident selbst.
Eines erscheint jedoch ziemlich sicher: der Vorwahlkampf wird diesmal
sowohl bei den Demokraten als auch den Republikanern spannend. Schon Monate,
bevor die erste Bundesstaaten die Buerger zu den Urnen rufen.
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