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Rueckzug Harriet Miers, ZiB
2, 27.10.2005
Drei Woche hat George Bush
wie ein Loewe fuer sie gekaempft. Das persoenliche Vertrauen in seine
langjaehrige Anwaeltin war dabei das staerkste Argument des Praesidenten.
Ich kenne ihr Herz und ihren Charakter
Doch fuer fuehrende Senatoren vor allem in Bushs eigener Partei war das
nicht genug.
Mangelnde Qualifikation und fehlende Verankerung in der Welt konservativer
Werte warf man der Kandidatin vor. Sie war nie in ihrem Leben Richterin
gewesen.
Selbst alte Dokumente, die ihr Antiabtreibungsengagement belegten, konnten
die konservative Revolte gegen Hiert Miers nicht zum erliegen bringen.
In einer ungewoehnlichen Geste warf der Praesident sogar das religioese
Engagment Miers als wiedergeborene Christin in einer ausgepraegt evangelikalen
Kirche in die Waagschale.
Die rechte Rebellion gegen Bush haengt eng mit dem Kampf christlich konservativer
Gruppen gegen das Recht auf Abtreibung zusammen.
Ihr Ziel koennen sie nur erreichen, wenn konservative Abtreibungsgegner
im Obersten Gericht ueber eine klare Mehrheit verfuegen, und die hat bisher
gefehlt.
Nach der Wahl von John Roberts zum Obersten Richter ist die zweite Nachbesetzung
die grosse Chance, auf die die Konservativen seit Jahren warten.
Doch die Bushvertraute Miers war aus ihrer Sicht viel zu pragmatisch,
jeder Tag brachte neue Ruecktrittsaufforderungen aus dem rechten Lager.
Der Praesident sah schliesslich keinen anderen Ausweg als den bitteren
Rueckzug.
Die rechtsextreme Fluegel der Republikaner hat dieser Kandidatin den Garaus
gemacht, argumentiert der demokratische Senator Herry Reid.
Der Praesident habe mit ihrem Ruecktritt vor der konservativen Rechten
kapituliert.
Man darf gespannt sein, wen das Weisse Haus einer ideologisch so tief
gespaltenen Nation als zweiten Wahl praesentieren wird.
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