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Rumsfeld Ruecktritt, MoJ,
9.11.2006
Es war ein ungewoehnlich demuetig
wirkender Donald Rumsfeld, den der Praesident gemeinsam mit dem designierten
Nachfolger Robert Gates im Weissen Haus der Presse praesentierte. Ein
paar lobende Worte fuer den neuen Mann, hoeflicher Dank fuer den umstrittensten
Amtsinhaber.
OT
Amerika und die Welt sind sicherer, dank der Fuehrungsqualitaten Donald
Rumsfelds, so das letzte Kompliment des Praesidenten.
Donald Rumsfeld, verabschiedet sich, wie es sich gehoert, in Anlehnung
an Winston Churchill mit einem Bonmot.
Von Kritik habe er immer profitiert, ueber einen Mangel derselben habe
er nie klagen koennen.
OT
Nach wenigen Minuten ist die formlose Zeremonie beendet.
Sechs Jahre ist der Mann mit der scharfen Zunge an der Spitze des Pentagon
gestanden. Eine tiefgreifende Reform der hartgesottensten Buerokratie
der Erde war sein urspruengliches Ziel gewesen. Schliesslich jedoch wuerde
er zum Symbol fuer all das, was schief gelaufen ist im Irakkrieg. Die
fehlende Planung fuer die Nachkriegszeit, der Folterskandal von Abu Graib,
die erfolglose Taktik der amerikanischen Streitkraefte im Antiguerillakrieg
wurden ihm angelastet.
Dass George Bush noch vor einer Woche beteuerte, er wolle Rumsfeld bis
ans Ende seiner Amtszeit behalten, stellte sich taktische motivierte Falschaussage
heraus. Die Weichen fuer die Rochade im Pentagon war schon seit Tagen
gestellt, gab Bush heute zu.
Und es wird wohl nicht bei einem personellen Wechsel allein bleiben. Robert
Gates, der designierte Nachfolger, ist ein Technokrat , kein Ideologe
wie Rumsfeld. Unter dem ersten Praesident Bush, dem Vater des Praesidenten,
war er CIA-Chef. Mit den Neokonservativen, die in der Irakpolitik so wichtig
gewesen sind, hatte der Pragmatiker nie etwas zu tun. Gemeinsam mit Ex-Aussenminister
James Baker sucht Bob Gates seit Wochen nach Alternativen zum bisherigen
Irakkurs.
Weil die langfristigen strategischen Interessen der USA und die nationale
Sicherheit in Gefahr seien, ist er der Einladung des Praesidenten in die
Regierung gefolgt, sagte Gates.
OT
Mit Rumsfelds Ruecktritt wurde der wichtigste Minister im Kabinett des
Praesidenten zum grossen Opfer des politischen Erdbebens, das die amerikanische
Politik mit dem demokratischen Triumph bei den Kongresswahlen erschuettert.
Je laenger gezaehlt wird, desto deutlicher faellt die demokratische Mehrheit
im Repraesentantenhaus inzwischen aus. Der Machtwechsel im Senat haengt
am Wahlausgang im Bundestaat Virigina , wo eine Nachzaehlung in ein paar
Wochen den haarscharfen demokratischen Sieg bestaetigen muss. Fuer den
Praesidenten, der statt pflegeleichten republikanischen Parteifreunden
im Kongress nun mit selbstbewussten demokratischen Gegenspielern zu tun
hat, hat die Umstellung auf die neuen politischen Verhaeltnisse erst begonnen.
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