Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Rumsfeld im Irak, ZiB 3, 27.9.2005

Es ist der zehnte Irak-Besuch Donald Rumsfelds seit der Invasion und die erhofften guten Nachrichten sind hier bisher stets ausgeblieben.
Die Serie verheerender Selbstmordanschlaege reist nicht ab. Erst heute sprengte sich ein Mann vor einer Klinik in Bagdad in die Luft. Ein offener Buergerkrieg droht.
Eine Al Kaida nahe Gruppe gab die Ermordung von zwei entfuehrten algerischen Diplomaten bekannt: bereits das zweite Mal wurden damit Diplomaten Opfer von Entfuehrern.
Die irakische Fuehrung draengt Rumsfeld rechtzeitig bis zum 15.August die Verhandlungen ueber eine neue Verfassung abzuschliessen.
Schon im Anflug nach Bagdad
mahnte der Pentagonchef Kompromisse zwischen den zerstrittenen Fraktionen der irakischen Regierungskoalition ein. Eine Verzoegerung waere schaedlich, schliesslich haben wir Truppen vor Ort und taeglich Gefallene.
0,38 OT Donald RUMSFELD
Aber die Spannungen zwischen den Volksgruppen sind gross. Die Gegensaetze zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden erschweren den Aufbau einer irakischen Streitmacht.
Fuer ein Verringerung der amerikanischen Truppenpraesenz im Irak gibt es heute ein erstes Wunschdatum.
1,10 OT GEORGE CASEY
Wenn alles gut geht mit dem politischen Prozess und die irakischen Sicherheitskraefte sich entwickeln, dann werden wir nach Parlamentswahlen im kommenden Jahr signifikante Truppenreduktionen vornehmen.
135 000 amerikanische Soldaten sind zur Zeit im Irak im Einsatz.
Die zunehmend skeptische amerikanische Oeffentlichkeit hoert es gerne, wenn von einem beginnenden Abzug aus dem Irak die Rede ist. Aber General Caseys Terminplan ist an viele Bedingungen gebunden. Die Aufstandsbewegung soll vorher gebremst werden und die offiziellen irakischen Streitkraefte an die Stelle der Amerikaner treten. Niemand kann sagen, ob diese Voraussetzungen im kommenden Jahr erfuellt sein werden.

 

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