Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Saddam Hussein Urteil - Reaktionen, AJ, 5.11.2006


Nicht ganz ueberraschend begruesst das Weisse Haus den Schuldspruch gegen Saddam Hussein. Pressesprecher Tony Snow sieht in dem Urteil den Beweis fuer eine neue unabhaengige Justiz im Irak. Auch der amerikanische Botschafter in Bagdad spricht von einem Meilenstein in Richtung Rechtsstaat am Ende dieses Verfahrens. Etwas zurueckhaltender sind die Reaktionen in Europa, wo die Politiker an die grundsaetzliche Ablehnung der Todesstrafe in der Europaeischen Union erinnern. Carl Bildt etwa, der schwedische Aussenminister, haelt es fuer wichtig, dass jene, die die groesste Verantwortung fuer Verbrechen gegen die Menschlichtkeit tragen, zur Verantwortung gezogen werden. Aber gleichzeitig bedauert er, dass der Irak die Todesstrafe nicht abgeschafft hat. Italiens Premierminister Romano Prodi sagt, so grausam ein Verbrechen auch sein mag, so wendet sich unsere ehtische Tradition doch vom Gedanken der Todesstrafe ab. Amnesty International kritisiert, der Prozess sei nicht wirklich fair gewesen. In Moskau warnt der Vorsitzende des Aussenpolitischen Ausschusses in der Duma vor neuen Spannungen im Irak, er glaubt, dass es im Endeffekt doch zu keiner Hinrichtung kommen wird. UNO-Menschenrechtskommmisarin Louise Arbour ruft Bagdad dazu auf die Todesstrafe auszusetzen. Ausdruecklich begruesst wird das Todesurteil gegen Saddam Hussein vom Iran. Er war ein Kriegsverbrecher, dieses Urteil macht mich gluecklich, freut sich ein Sprecher des iranischen Parlaments. Das iranische Fernsehen hat sein Programm unterbrochen, als die Nachricht kam. Den manchmal geaeusserten Verdacht, der Zeitpunkt des Urteils habe etwas mit den amerikanischen Kongresswahlen zu tun, weist der amerikanische Botschafter in Bagdad uebrigends entschieden zurueck: seinen Zeitplan habe das irakische Gericht autonom festgelegt.


 

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