Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Schengenerweiterung, ZiB 1, 20.12.2007

Der Schengenraum, in dem die Grenzkontrollen abgeschafft sind, ist bereits mehrmals erweitert worden. Als der ursprüngliche Vertrag 1985 in dem kleinen luxemburgischen Weinort Schengen an der Mosel unterzeichnet wurde, dachte niemand an die bahnbrechenden Auswirkungen für Europa. Die Aufnahme von neun neuen Mitgliedsstaaten in das System des freien Personenverkehrs morgen wird jedoch als historisches Ereignis gefeiert.
Die demokratische Revolution von 1989 stand am Anfang. Durch den Sturz des Kommunismus wurde die Teilung Europas aufgehoben, ab morgen gilt Reisefreiheit ohne Pass für 400 Millionen Bürger.
Vom Baltikum, über die Staaten Mitteleuropas, Italien, Frankreich und Spanien gibt es dann keine Grenzkontrollen bis nach Portugal. Zu Ostern ziehen die Flughäfen nach.
Auf einem Schiff beim Ort Schengen in Luxemburg hatten 1985 Frankreich, Deutschland und die Beneluxstaaten die Grundlage gelegt.
Der heutige Schengen-Neuling Estland war damals Teil der Sowjetunion. Die Insel Malta stand im Einzugsbereich Nordafrikas.
Nur Irland und Großbritannien halten sich fern
Außengrenzen der EU sind durch ein elektronisches Informationssystem verbunden. Auch Norwegen und die Schweiz beteiligen sich, die gar nicht zur EU gehören.
So wie die gemeinsame Währung, der Euro, gehört auch die Bewegungsfreiheit zu den sichtbarsten Errungenschaften der Europäischen Union. Die größten Gewinner werden die einstigen Grenzregionen sein, die jetzt zusammenwachsen, heißt es in Brüssel, dazu zählen auch weite Teile Österreichs.
Dass Reisefreiheit ernsthaft die Sicherheit gefährdet, bestreiten die Experten. Passkontrollen waren nie ein probates Mittel gegen Kriminalität, sagt Europol.

 

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