Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Schuldbekenntnis Foltersoldatin Lynndie England, ZiB 1, 2.5.2005

Im grossen Skandal um die Misshandlung von Gefangenen war sie immer nur ein kleines Raedchen. Aber die sadistische Pose machte Lynndie England zum bekanntesten Gesicht des Skandals von Abu Graib, der die amerikanische Irakpolitik so schwer belastet hat. Vor dem Militaergericht von Fort Hood bekennt sich die 22jaherige heute schuldig. Wegen Gefangenenmisshandlung und obszoenen Gesten drohen ihr bis zu 11 Jahren Haft. Ich habe nur Anweisungen befolgt, die Haeftlinge sollten gefuegig gemacht werden, rechtfertigt sie sich im Fernsehinterview. Aber andere berichten von einer Nachtschicht, die regelmaessig ausser Kontrolle geriet. Auch Charles Graner, der Exliebhaber, wird aussagen muessen. Er war der Anfuehrer und hat mit zehn Jahren die bisher haerteste Strafe erhalten.Lyndee England gilt als psychisch labil, die Anwaelte hoffen auf ein mildes Urteil. Der Folterskandal v war eine Katastrophe fuer die Glaubwuerdigkeit der USA. Aber Uebergriffe amerikanischer Soldaten waren, wie man inzwischen weiss, keineswegs auf einige wenige isolierte Faelle beschraenkt. Abu Graib war die Spitze eines Eisberges. Amerikanische Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass trotzdem bisher nur einfache Soldaten wie Lynndie England vor Gericht kamen, waehrend die oberste militaerische Fuehrung ungeschoren davonkommt.

 

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