Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Schwarzenberg zu tschechischer EU-Präsidentschaft, MiJ, 27.12.2008


MODERATION:
Ab nächstem Jahr übernimmt in der Europäischen Union Tschechien die Präsidentschaft. Keine leichte Aufgabe, angesichts der schweren wirtschaftlichen Krise und dem Hyperaktivismus der vorangegangenen französischen Präsidentschaft. Doch der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg zeigt sich gegenüber Journalisten in Brüssel optimistisch, dass diese Herausforderung zu meistern sind, berichtet Raimund Löw aus Brüssel.
BEITRAG
Nach dem Feuerwerk eines Nicolas Sarkozy als EU-Ratspräsident wird Tschechien einen ganz anderen, eigenen Stil entwickeln müssen, das weiß auch Karel Schwarzenberg. Als zusätzlich erschwerendes Moment kommt noch der EU-skeptische Präsident Vaclav Klaus dazu, der sogar in der Zeit der Präsidentschaft die blaue Europafahne von der Prager Burg verbannt. Auf die praktische Arbeit der tschechischen Präsidentschaft wird Klaus keinen Einfluss haben, beteuert Schwarzenberg. Mit einem Maulkorb muss das Staatsoberhaupt nicht rechnen.
OT 4,18
Dass Vaclav Klaus die Ratifizierung des EU-Reformvertrages verhindern wird, wenn einmal beide Häuser des Parlaments zugestimmt haben in Prag, glaubt Schwarzenberg nicht. Zur Not könne ein Gesetz auch ohne allerhöchste Unterschrift in Kraft treten.
Tschechien möchte in der Zeit seiner Präsidentschaft die Beziehungen zu den östlichen Nachbarn der EU stärken, darunter die Ukraine, Weißrussland und den Kaukasusrepubliken. Ein eigener Gipfel in Prag soll im Frühsommer die verstärkte Ostorientierung der EU besiegeln. Mit Russland liegt Tschechien wegen des umstrittenen Raketenabwehrradars im Streit. Aber Schwarzenberg betont seine Bereitschaft an der Partnerschaft der EU mit Russland weiterzuarbeiten.
OT 20,08
Die Vorstellung, dass es unter Präsident Obama zu Verspätungen beim Bau der Radaranlage kommen könnte, auch über mehrere Jahre, schreckt den tschechischen Außenminister nicht. Das sei Angelegenheit der Amerikaner.
Das größte Ziel Tschechiens in den kommenden 6 Monaten: eine gemeinsame Energiepolitik der EU, die es den Europäern ermöglichen würde gemeinsam gegenüber Russland und anderen Energielieferanten aufzutreten. Dafür sollte Europa andere Kompetenzen abgeben.
OT 8,44
Von der Regierung in Wien erwartet sich Schwarzenberg in den nächsten sechs Monaten gut nachbarschaftliche Unterstützung.
OT 20,08
SCHNITTMÖGLICHKEIT ANFANG
Der aus einem alten Adelsgeschlecht kommende Schwarzenberg hat lange in Österreich gelebt, noch immer behält er seinen Schweizer Pass. Der tschechische Außenminister ist sozuagen zwangsläufig Europäer, schon auf Grund seiner persönlichen Geschichte
OT 11,17
SCHNITTMÖGLICHKEIT ENDE
Ab 1.1.2009 laufen bei Karel Schwarzenberg als Ratsvorsitzendem alle Fäden der EU-Außenpolitik zusammen.


 

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