Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Schwarzenegger im Wahlkampf, MoJ, 4.11.2006


Nicht nur Abgeordnete und Senatoren warden am kommenden Dienstag in den USA gewaehlt, sondern auch 36 der 50 Gouverneure. Unter ihnen auch Arnold Schwarzenegger, den zum Gouverneur von Kalifornien mutierte steirische Bodybuilder und Filmstar. Während die meisten republikanischen Politiker zittern muessen, sagen die Meinungsforscher dem Austroamerikaner eine sichere Wiederwahl vor.
Noch vor einem Jahr schien Arnold Schwarzenegger politisch erledigt. Mit Pauken und Trompeten ist er 2005 mit gleich vier Volksabstimmungen durchgefallen, mit denen der Governor ein strenges Sparprogramm gegen den Widerstand der Gewerkschaften idurchbringen wollte. Das es folgte eine der spektakulaersten politischen Kertwendungen der amerikanischen Politik. Mit den Demokraten im Kongress, der er zuvor als Girliemen beschimpft hat, arbeitet Schwarzenegger seither eng zusammen. Sogar seine Wahlwerbung preist das Klima der Zusammenarbeit.
Als Garant des kalifornischen Traums vom raschen Aufstieg praesentiert sich der Gouverneur in diesem Wahlkampf.
Nicht sparen, sondern investieren ist jetzt das grosse Anliegen des Austroamerikaner. Gleich 37 Milliarden Dollar soll Kalifornien aufnehmen, um Strassen und Daemme zu verbessern und neue Schulen zu bauen.
Von richtiggehendem Enthusiasmus fuer die neue Bereitschaft zum ausgeben spricht Schwarzenegger im Wahlkampf.
Das meiste Aufsehen erregten neue strenge Bestimmungen zur Reduktion der Treibhausgase, um ernst zu machen mit dem Kampf gegen die globale Erwärmung. Kalifornien stellt sich damit frontal gegen die Skeptiker in der ungeliebten Regierung in Washington. Das kommt an bei den Buergern. urteilt Kolumnist Dan Weintraub von der Sacramento Bee.
Durch seine fast radikal erscheinende Fuehrungsrolle in der Frage der globalen Erwaermung habe Schwarzenegger ein Signal in Richtung der Waehler geschickt, dass er ein Gouverneur ist, der viel gemaessigter ist als das dem Ruf seiner Partei entspricht.
Der Demokratische Herausforderer Phil Angelides erinnert an Schwarzeneggers Unterstuetzung fuer den auch in Kalifornien inzwischen unpopulaeren George Bush. Aber die Beziehungen des Gouverneurs zum Weissen Haus waren nie besonders gut. Und als George Bush zuletzt im Wahlkampf Kalifornien besuchte, da war Schwarzenegger demonstrativ anderswaertig beschaeftigt.
Die Infrastrukturinvestitionen durchzubringen, das sei ihm viel wichtiger als ein Treffen mit dem Praesidenten, liess er die Medien wissen, ich werde in der Zukunft noch oft Gelegenheiten haben mit ihm zusammenzukommen.
Nach den letzten Meinungsumfragen liegt Schwarzenegger beachtliche 16 Prozent vor seinem demokratischen Konkurrenten. Wenn diese Zahlen stimmen, dann wird er am 7.November einer der ganz wenigen Republikaner sein, die etwas zu feiern haben.

 

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