Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Schwarzenegger kritisiert Washington, MoJ, 27.2.2007

Als einziger republikanischer Politiker, der bei den Wahlen im vergangenen Herbst erfolgreich war, ist Arnold Schwarzenegger ein Schwergewicht in George Bushs Regierungspartei. Schliesslich war seine Wiederwahl ein regelrechter Erdrutschsieg. Zu Praesident Bush hat Schwarzenegger in den letzten Jahren vorsichtige Distanz gehalten, aus der amerikanischen Bundespolitik hielt er sich bisher jedoch zurueck. Das ist anders geworden. Denn Arnold Schwarzenegger verlangt jetzt auch in Washington eine Rueckkehr zu pragmatischem Zentrismus .
Bei der jaehrlichen Konferenz der Gouverneure in Washington ritt der kalifornische Gouverneur scharfe Attacken gegen Politiker aus beiden Lagern.
Wie ist es es moeglich, dass Republikaner und Demokraten einfach nicht zusammen kommen? Mit steckt sich doch nicht an, wenn man mit Leuten zusammensitzt, die eine andere Meinung vertreten, geiselt Schwarzenegger die parteipolitische Polarisierung in der amerikanischen Hauptstadt.
In Kalifornien vertritt der Gouverneur inzwischen eine Politik der zentristischen Mitte, die in seiner eigenen republikanischen Partei auf mehr Widerstand stoesst als bei den Demokraten. Er verlangt umfassende Krankenversicherung, auch fuer Kinder illegaler Einwanderer. Die Idee einer befestigten Mauer an der Grenze zu Mexiko lehnt er ebenso ab, wie die Plaene illegale Einwanderer einfach zurueckzuschicken.
Wer immer nur denkt, wie lassen sich Stimmen dazugewinnen, mit der Forderung die Illegalen zurueckzuschicken, der macht es sich leicht.
Wir wissen doch, dass wir diese Arbeiter brauche. Jedes Mal, wenn wir die Grenzen zu machen mit unseren Soldaten, dann kommen die Farmer zu mir und beschweren sich, dass sie niemand fuer die Ernte haben und Millionen Dollar verlieren.
Den Millionen illegalen Einwanderern in den USA sollte der Weg eroeffnet werden amerikanische Staatsbuerger zu werden, argumentiert der austroamerikanische Gouverneur.
Mit den Gouverneuren der vier an Kalifornien angrenzenden Bundesstaaten hat Schwarzenegger einen Pakt gegen den Klimawandel geschlossen, der sich an die Bestimmungen des Klimaschutzabkommens von Kyoto anlehnt: anders als in Washington soll es im Westen der USA demnaechst Obergrenzen fuer Treibhausgase geben. Auch eine Emissionsboerse wird entstehen, ganz aehnlich wie in Europa.
Seinen erfolgreichen Kurs in Kalifornien erklaert Arnold Schwarzenegger mit der Bereitschaft zum Dialog. Quer ueber die Parteigrenzen treffen sich die Politiker in seine, politisch unkorrekten Raucherzelt vor seinem Amtssitz in Sacramento. Diesem Beispiel, so seine Empfehlung, sollte auch Washington DC folgen.
Den Demokraten sage ich, hoert auf den Praesidenten niederzumachen, sagt lieber, was genau ihr vorhabt. Den Republikanern empfehle ich, die ehrlichen Motive der Kritiker des Irakkriegs zu akzeptieren.
Dem Praesidenten raet der Gouverneur aus Kalifornirnien, er solle sich moeglichst rasch ein Raucherzelt anschaffen.
Eine neue Politik der zentristischen Mitte waere auch in Washington der Ausweg aus der Sackgasse, meint der austroamerikanische Governor aus Kalifornien.

 

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