Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Schwarzeneggerst Streit mit Graz, Oe 3, 21.12.2005

Die amerikanischen Medien berichten mit etwas Verwunderung ueber diesen Streit Arnold Schwarzenegger gegen Graz. Man staunt vor allem jetzt, dass Grazer Stadtpolitiker den Governor quasi anflehen, seine Entscheidung zu ueberdenken. Schwarzeneggers Pressesprecher meint gegenueber der Los Angeles Times, dem Gouverneur sei es einfach auf die Nerven gegangen, dass jedes Mal wenn ihn jemand kritisieren will in Oesterreich der Name des Grazer Stadiums in Frage gestellt wird. Sein Ziel hat er ja erreicht, heftig diskutiert wird jetzt in Graz und nicht in Sacramento. Die kalifornischen Zeiten weisen aber immer wieder auch auf die starken Emotionen gegen die Todesstrafe in Oesterreich hin.
Die Zustimmung zur Todesstrafe ist zwar noch immer hoch, aber sie ist deutlich geringer als vor 10 oder 15 jahren. Auch bei den Hinrichtungen der gleiche Trend: seit Jahren nimmt die Zahl der Hinrichtungen in Amerika ab. Einer der Gruende dafuer ist, dass man in den letzten Jahren mit Hilfe moderner DNA-Analysen auf eine Reihe von Fehlurteilen daraufgekommen ist und Gefangene als unschuldig aus Todeszellen entlassen wurden.
Aber in Kalifornen hat diese Debatte bisher noch nicht wirklich eingesetzt.
Die kleinen Gruppen, die in Kalifornien gegen die Todesstrafe auftreten beteuern aber immer wieder, dass sie ueber jede Unterstuetzung aus Oesterreich froh sind.
Schon Mitte Jaenner steht in Kalifornien die naechste Hinrichtung bevor. Ein 75jaeheriger Mann, der wegen eines Dreifachmordes verurteilt wurde, und der im Gefaengnis erblindet ist, soll exekutiert werden. Schwarzeneggers Brief an den Grazer Buergermeister interpretiert die Los Angeles Times dahingehend, dass auch in Zukunft Begnadigungen durch diesen Gouverneur unwahrscheinlich sind. Schwarzenegger bemueht sich zur Zeit politisch wieder Tritt zu fassen. Er hat ja im November eine Reihe von wichtigen Volksabstimmungen verloren und im kommenden Herbst stehen Gouverneurswahlen bevor. Er sucht jetzt wieder Kontakt zu den Demokraten, mit denen er im vergangenen Jahr heftig gestritten hat und er hat eine Demokratin zu seiner neuen Stabschefin gemacht. Es geht ihm nicht gut, aber unterschaetzen darf man ihn sicher nicht.


 

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