Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Schweinegrippegipfel, MoJ, 11.9.2009


In Brüssel treffen heute die Gesundheitsminister der 7 großen Industrienationen mit der EU-Gesundheitskommissarin sowie dem besonders betroffenen Mexiko zu einem Krisentreffen in Hinblick auf die befürchtete Schweinegrippeepidemie zusammen. Die Experten erwarten für Herbst und Winter eine viel heftigere zweite Erkrankungswelle.
Dass die gefürchtete Pandemie diesen Sommer in Europa glimpflich verlaufen ist, ist für die internationalen Gesundheitsexperten kein Grund zur Entwarnung. Nach wie vor ist es möglich, dass das Virus sich im Laufe des Herbstes verändert und um vieles gefährlichere Formen annimmt als bisher. Schon jetzt erkrankt ein kleiner Teil der Schweinegrippepatienten ungewöhnlich schwer, was auch häufig zum Tod führt, während die Krankheit für die große Mehrheit glimpflich verläuft.
Die viele Millionen Dosen Impfstoff werden um vieles später lieferbar sein, als ursprünglich angenommen. Wenn Mitte Oktober mit breitflächigen Impfaktionen begonnen werden könnte, wäre das schon ein Erfolg. Immerhin bestätigen die laufenden Tests, dass die Impfungen wirksam und verträglich sein werden.
Die EU-Gesundheitskommissarin Vassiliou will mit den Vertretern der sieben großen Industrienationen, Mexikos und der Weltgesundheitsorganisation vor allem eine Impfstrategie diskutieren. Nach Meinung der europäischen Gesundheitsexperten sollen vorrangig Schwangere, chronisch Kranke, Ärzte und Krankenpersonal geimpft werden. Die Idee einiger amerikanischer Experten vorrangig Schulkinder zum impfen, weil eine Verbreitung des Virus dadurch am besten verlangsamt werden könnte, wird nicht weiter verfolgt.
Zweites Thema der heutigen Schweinegrippekonferenz in Brüssel ist die Frage, wie Länder mit löchrigem Gesundheitssystem und leeren Kassen unterstützt werden können. Auch für reiche Industrieländer könnte es fatale Folgen haben, wenn sich die Krankheit bei ärmeren Nachbarn hemmungslos verbreitet, weil die Regierungen sich keine Massenimpfungen leisten können.
Die letzte Verantwortung für jede Art von praktischen Vorkehrungen liegt sowohl in der EU als auch auf internationaler Ebene bei den nationalen Regierungen.


 

 

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