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Schwierige Nahostdiplomatie,
MoJ, 25.11.2006
Die Vereinigten Staaten sehen in der juensten Anschlagserie in Bagdad
einen Versuch die demokratisch gewaehlte Regierung zu stuerzen, meint
eine Sprecherin des Weissen Hauses. An dem fuer Mitte kommender Woche
geplanten Zusammentreffen des Praesidenten mit dem irakischen Premierminister
Maliki haelt man fest, trotz der Drohung des Schiitenfuehrers Muktada
Al Sadr, in einem solchen Fall die bruechige Regierung in Bagdad zu verlassen.
Die USA wollen in den naechsten Tagen durch eine diplomatische Offensive
dazu beitragen, dass es zu einer Beruhigung kommt. Vizepraesident Dick
Cheney wird in Saudi Arien erwartet. Von der saudischen Regierung erhoffen
die USA einen maessigenden Einfluss auf die irakischen Sunniten. Sowohl
Saudis als auch Amerikaner sind ueber den wachsenden Einfluss des Iran
und der mit dem Iran verbuendeten schiitischen Gruppen in der Region beunruhigt.
Koenig Abdalla wiederum hofft auf eine seit mehreren Monaten diskutierte
grossangelegte Nahostkonferenz, auf der auch der israelisch-palaestinensiche
Konflikt auf dem Tisch sein soll.
George Bush wird nach einem NATO-Gipfel im Baltikum in Amman erwartet,
wo er mit dem jordanischen Koenig ueber die gleichen Fragen konferieren
wird. In der jordanischen Hauptstadt ist auch das Zusammentreffen mit
Nuri al Malik, dem irakischen Premierminister geplant. Auch Aussenministerin
Condoleeza Rice kommt in den naechsten Tagen in die Region.
Aber was diese etwas verzweifelt anmutenden Diplomatie angesichts der
zahlreichen Braende in der Region bewirken soll, bleibt unklar. Im Irak
war die Gefahr eines Buergerkrieges noch nie so gross wie jetzt. Auch
die in manchen Kreisen in Washington erwogene Einbindung der Nachbarn
Syrien und Iran wuerde daran wahrscheinlich nur mehr wenig aendern. Und
gerade gegen Syrien fielen in Washington nach dem juengsten Mord an einem
antisyrischen Regierungsmitglied wieder sehr scharfe Worte.
Die Nahoststrategie des Weissen Hauses scheint dieser Tage gleich auf
mehreren Ebenen vom Scheitern bedroht.
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