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Serbiens Beitrittserwartungen
bestärkt, AJ, 3.9.2008
Wenn Serbien bei seinem gegenwärtigen
Reformwillen bleibt, dann kann das Land 2009 damit rechnen den Status
eines EU-Beitrittskandidaten zu erhalten. Das sagte EU-Kommisisonspräsident
Barroso heute in Brüssel. Für die proeuropäische Regierung
in Belgrad, deren wichtigste Vertreter heute Gespräche mit den Europäischen
Institutionen führen, wäre das nach der erbitterten Auseinandersetzung
um den Kosovo ein Meilenstein auf dem weg nach Europa.
Zu seinem ersten Besuch in Brüssel nach der Bildung der proeuropäischen
Regierung in Belgrad hat Präsident Boris Tadic den Ministerpräsident
und den Außenminister mitgebracht. Nach dem langen Streit um das
Kosovo hat sich Serbien festgelegt, das Land will Mitglied der Europäischen
Union werden. Nach der Auslieferung Radovan Karadzics an das Kriegsverbrechertribunal
in Den Haag sei Belgrad bemüht auch Ratko Tadic, den ehemaligen Militärkommandanten
der bosnischen Serben, zu fassen:
OT Tadic
Wir werden unsere Versprechen halten.
Auch Kommissionspräsident Barroso sieht Serbien auf dem Weg in die
EU, erstmals nennt er ein Datum.
OT Barroso
Wenn alles gut geht, wird Serbien 2009 den Kandidatenstatus erhalten,
so der Präsident der Europäischen Kommission.
Das ist noch kein fixer Termin, zuerst muss Serbien das Assozierungsabkommen
umsetzen, eine Vorstufe zum Kandidatenstatus.
Wenig Begeisterung gibt es beim serbischen Präsidenten über
die Anerkennung der Unabhängigkeit der separatistischen georgischen
Provinzen Südossetien und Abchasien durch Russland. Serbien wird
seine Interessen vertreten und die abtrünnigen Republiken nicht anerkennen.
Am serbischen Anspruch auf Kosovo habe sich nicht geändert, aber
Serbien behindert weder Wirtschaft noch Infrastruktur des von den meisten
EU-Staaten inzwischen anerkannten neuen Staates. Belgrad will bei den
Vereinten Nationen gegen die ihrer Meinung nach völkerrechtswidrige
einseitige Unabhängigkeit Klage führen.
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