Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

Fenster schließen
 
  Aktuelle Analysen
   

Sharon bei Bush in Texas, MoJ, 12.4.2005

Soviel Aktivismus hat die Gegend um Crawford in Mitteltexas schon lange nicht erlebt: sowohl palaestinensische Aktivisten als auch Unterstuetzer der israelischen Rechten hatten sich gestern zu Demonstrationen eingefunden.
George Bush und Ariel Sharon waren deutlich bemueht ihre Differenzen ueber die israelische Siedlungspolitik herunterzuspielen. Aber von seinem Gastgeber bekam der israelische Ministerpraesident doch ungewoehnlich offene Worte zu hoeren.
Israel hat Verpflichtungen auf Grund des von allen akzeptierten Friedensplanes, der Road Map, betonte Bush.
Die Road Map sagt eindeutig nein zur Ausweitung von Siedlungen.
Ariel Sharon versprach sich an diesen Plan zu halten. Von den umstrittenen Ausbauplaenen ist er allerdings nicht abgerueckt. Denn die grossen Siedlungen in Judaea und Samaria wuerden am Ende des Friedensprozesses zum Staat Israel gehoerten, das sei die israelische Position.
Eine Haltung, mit der auch George Bush uebereinstimmt. Denn bei einer zukuenftigen Grenzziehung will auch er die sogenannten neuen Realitaeten am Boden beruecksichtigt wissen, und dazu gehoert ein Grossteil der Siedlungen.
Im Vordergrund des gestrigen Treffens stand jedoch die demonstrative Unterstuetzung Bushs fuer den von der radikalen Rechten in Israel so bekaempften Rueckzusgslan aus Gaza.
Der Premierminister hat das eine sehr mutige Entscheidung getroffen, sagte der Praesident.
Wenn der Abzug einmal durchgefuehrt ist, dann werde von Gaza aus eine lebensfaehige palaestinensische Demokratie wachsen, hofft Bush.
Doch zuerst muss der Rueckzugsplan durchgesetzt werden. Es gibt eine regelrechte Atmosphaere des Buergerkriegs in Israel, warnte Sharon seine amerikanischen Freunde.
Aber er, Sharon werde alles tun Gewalt zu vermeiden und einen friedlichen israelischen Abzug aus Gaza zu sichern.
Weitere Friedensverhandlungen mit den Palaestinensern will Sharon erst fuehren, wenn das, was er die terroristische Infrastruktur nennt aufgeloest ist und es keine Angriffe auf Israel mehr gibt.

 

nach oben, Fenster schließen

 
  site by Adrian Rossmann