Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Reaktionen Shuttle-Probleme, ZiB 2 live, 28.7.2005

Wie grosse Sorgen macht man sich in Amerika um das Leben der Astronauten?
Es ist vor allem Enttaeuschung zu spueren. Gestern ist man ja lange Zeit unter dem Eindruck eines Bilderbuchstarts gestanden ist.
Auch Menschen, die Entwicklung der amerikanischen Raumfahrt nicht so im Detail verfolgen haben ja diese grosse Inszinierung der NASA mitbekommen, wir sind wieder da, wir sind wieder im All.
Und dann diese kalte Dusche mit den neuen Probleme.
Wirklich Sorgen um die Astronauten macht man sich noch nicht. Die NASA betont ja, dass man bisher keine groeberen Schaeden an der Raumfaehre gefunden hat.
Die Oeffentlichkeit hat das Gefuehl, dass die NASA eine sehr offene Informationspolitik betrieben hat und auch unangenehme Nachrichten nicht zurueckgehalten hat.
Daher wirken diese beruhigenden Aussagen glaubwuerdig.
Aber die minutioese Untersuchung jeder einzelnen Kachel am Hitzeschild wird noch drei Tage dauern. Und schlimme Ueberraschungen hat es bei dieser Mission ja schon zweimal gebeben.
Trotzdem: mit Spekulationen:
* was waere, wenn man das Shuttle aufgeben muesste,
* wie lange koennten die Astronauten im schlimmsten Fall in der Raumstation ausharren,
mit solchen Spekulationen haelt man sich noch zurueck.
Wie sehrist die Glaubwuerdigkeit der US-Raumfahrt angeschlagen?
Das Shuttle Programm ist schwer angeschlagen, keine Frage. Das war es schon vorher und jetzt ist die Krise noch tiefer.
Aber in anderen Bereichen, vor allem der unbemannten Raumfahrt, ist die NASA durchaus erfolgreich.
Missionen zum Mars und zum Saturn sind spektakulaer gut verlaufen. Erst vor wenigen Wochen ist eine Raumsonde mit unglaublicher Praezision auf einem Kometen eingeschlagen.
Aber Weltraumfahrt natuerlich nicht mehr den Stellenwert wie in den Achtzigerjahren, als Apollo zum Mond flog.
Das war damals Kalter Krieg.
Die amerikanischen Astronauten, die die amerikanische Fahne am Mond gehisst haben, haben nicht nur einen Triumph amerikanischer Technologie symbolisiert, sondern auch einen Triumph Amerikas in der Konfrontation der Gesellschaftssysteme mit der Sowjetunion.
Alle Versuche die Nation jetzt wieder zu begeistern fuer ein neues Raumfahrprojekt haben nicht wirklich gegriffen.
Zuletzt hat das ja Praesident Bush versucht mit seinem Plan einer bemannten Marsmission.
Dass jetzt nicht einmal das Shuttle-Programm so recht vom Boden kommt wird einen Neuanfang fuer bemannte Raumfahrt in den USA sehr schwer machen.

 

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