Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Skandal um Gefangenenmisshandlung im Irak, Morgenjournal, 30.4.2004

Nachdem der Fernsehsender CBS die beschaehmenden Bilder gezeigt hat, moechte die amerikanische Militaerfuehrung im Irak so rasch wie moeglich handeln. Sechs Soldaten, die an der Misshandlung irakischer Gefangener im Gefaengnis von Abu Ghraib beteiligt waren, kommen vor ein Militaergericht. 17 weitere wurden suspendiert. Und auch gegen die Kommandantin des Gefaengnisses, Brigadegeneral Janice Karpinski, wird ermittelt.
Das amerikanische Fernsehen hat heute neuerlich Fotos aus dem vergangenen Jahr gezeigt, auf dem sich amerikanische Soldaten damit bruesten, wie sie Iraker erniedrigen. Ein Gefangener ist zu sehen, der voellig in eine Kapuze gehuellt, auf einem Stockerl steht und mit Draehten umwickelt ist. Er sei mit Stromstoessen bedroht worden, sagt CBS. Andere Bilder zeigen nackte irakische Gefangene, die gezwungen wurden eine menschliche Pyramide zu bilden und Sexualakte zu simulieren. Daneben triumphierend amerikanische Soldaten mit dem Victory-Zeichen.
Der amerikanische Militaersprecher im Irak zeigte sich entsetzt und verspricht die strenge Bestrafung der Schuldigen.
Einer der beteiligten Unteroffiziere ist vom Fernsehsender CBS telefonisch im Bagdad erreicht worden und er bestreitet jedoch jede Schuld.
Wir sind nicht ausgebildet worden fuer den Job, sagt der Sergeant, Verhaltensvorschriften habe er von seinen Vorgesetzten trotz Nachfragen nie bekommen.
Ueber die Rechte von Gefangenen laut der Genfer Konvention, die derartige Erniedrigungen verbietet, sei er nie informiert worden.
Das halbe Dutzend Soldaten sei mit der Bewachung hunderter Gefangener ueberfordert worden und Untestuetzung von oben habe es nie gegeben.
Das amerikanische Militaer will Bedingungen in den Gefaengnissen im Irak jetzt untersuchen und den Soldaten besser mit den Bestimmungen der Genfer Konvention vertraut machen, sagt der Fernsehsender CBS, der den ganzen Skandal aufgedeckt hat.

 

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