Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Soft Power der EU, AJ, 3.12.2008

Nach dem Beispiel der Mittelmeerunion, die von Nicolas Sarkozy im vergangenen Sommer aus der Taufe gehoben wurde, plant die Europäische Union jetzt auch eine Ost-Partnerschaft. Das Angebot richtet sich an die Kaukasus-Republiken, die Ukraine, Weißrussland und Moldawien. Details gab Außenkommissarin Ferrero- Waldner heute in Brüssel bekannt.
Das Angebot der EU für eine stärkere Verbindung mit den östlichen Nachbarstaaten richtet sich an ehemalige Sowjetrepubliken, die durch die neuen Spannungen zwischen Russland und dem Westen unter die Räder zu kommen drohen. Auf dem Territorium Georgiens und Moldawiens stehen russische Truppen. Die Ukraine ist innerlich zerrissen. Zwischen Armenien und Aserbeidschan herrscht tiefe Feindschaft.
Die NATO, die den baltischen Staaten ihr Gefühl der Sicherheit gibt, ist in dieser Grenzregion ein Faktor der Destabilisierung.
600 Millionen Euro will die EU bis 2013 aufwenden, um diese Lücke zu füllen. Nicht durch das militärische Know How der atlantischen Allianz, sondern durch die Soft Power der EU
Außenkommissarin Ferrero Waldner:OT
Eine spätere Mitgliedschaft in der EU verspricht die Kommission den östlichen Nachbarn deshalb nicht. Ein Problem könnte Weißrussland werden, dem die EU ebenfalls engere Zusammenarbeit anbietet. Der autoritäre weißrussische Präsident Lukaschenko war noch bis vor kurzem unerwünschte Person in den meisten europäischen Staaten.
Russland, das auf alle Osterweiterungspläne der NATO allergisch reagiert, hat gegen eine Ausweitung des Einflusses der EU bisher nichts einzuwenden gehabt. Im kommenden Frühjahr soll die Ostpartnerschaft unter der tschechischen Präsidentschaft bei einem Gipfel in Prag offiziell aus der Taufe gehoben werden.

 

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