| |
|
Soldaten kritisieren Rumsfeld,
ZiB 2, 9.12.2004
Kritische Fragen von Soldaten,
unter dem tosenden Applaus hunderter Kameraden, an den Verteidigungsminister,
das waere wohl in jeder Armee ein ungewoehnliches Ereignis. Wenn der Verteidigungsminister
aber Donald Rumsfeld heisst und die Soldaten mitten im Kampfeinsatz im
Irak stehen, dann loesen solche Szenen ein amerikaweite Debatte ueber
AUsruestung und Moral der eigenen Soldaten aus.
Harte Fragen sollten sie ihm stellen, ermutigte Donald Rumsfeld die Soldaten.
Und die liessen sich das nicht zweimal sagen.
Warum muessen wir Soldaten eigentlich selbst in Muelldeponien nach Altmetall
suchen, um unsere Fahrzeuge zu panzern, will Thomas Wilson wissen.
Warum gibt uns die Armee nicht genug Panzerwagen .
Das ist eine Frage der Produktion. Aber wie sie wissen, heisst es von
Rumsfeld dann etwas flapsig, zieht mit der Armee in den Krieg, die man
hat, und nicht mit der Armee, die man sich wuenscht.
Es ist ein heisses Thema. Dass im irakischen Guerillakrieg amerikanische
Militaerfahrzeuge nicht ausreichend gepanzert sind, hat sogar schon zu
Befehlsverweigerung gefuehrt.
Die Moral ist nicht toll hier, auch das bekommt der Verteidigungsminister
zu hoeren.
Ich habe geglaubt, das ich einer Freiwilligenarmee beigetreten bin, meint
sie, jetzt verlaengert die Armee einseitig meine Dienstzeit, wie lang
kann das weitergehen.
In einer perfekten Welt waere das nicht erforderlich, antwortet Rumsfeld,
aber in der Kriegssituation darf niemand seine Einheit verlassen.
Aus solchen Antworten spricht Gleichgueltigkeit gegenueber den brennenden
Problemen der Soldaten, kritisiert der demokratsiche Senator Dodd.
Gegen eine Verlaengerung seines Irakdienstes geht dieser Soldat sogar
vor Gericht. Das eine Jahr, fuer das sich David Qualls verpflichtet hat,
ist vorbei.
Dass er trotzdem bei seiner Einheit bleiben muss, wie es das militaerische
Reglement vorsieht, soll ein Richter in Arkansas verhindern.
Die einseitige Dienstverlaengerung fuer den Irakeinsatz betrifft tausende,
das ist nicht fair, beteuer Qualls
Der Richter ist anderer Meinung, David Qualls muss auch gegen seinen Willen
zurueck in den Irak.
Im Pentagon hat man Klagen ueber schlechte Ausruestung und ueberlange
Einsaetze fuer die Soldaten im Irak bisher gerne als politisch motiviert
beiseite geschoben. Das ist jetzt nicht mehr moeglich, man spricht von
Planungssluecken, die bald behoben sein werden. Den Vorwurf, dass die
einfachen Soldaten jetzt den Preis dafuer bezahlen, dass man die irakische
Aufstandsbewegung einfach unterschaetzt hat, weist das Pentagon dagegen
nach wie vor zurueck.
nach oben,
Fenster schließen
|