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Sondergipfel zum Euro, ZiB
1, 7.5.2010
Groß Gerald (ORF)
Die Griechenland-Hilfe ist beschlossen, heute hat also auch der
Deutsche Bundestag ja gesagt. Raimund Löw in Brüssel, was kann
dieser Gipfel der Euroländer jetzt überhaupt noch dazu beitragen,
um die anhaltenden, finanzpolitischen Turbulenzen zu stoppen?
Löw Raimund (ORF)
Die Staats- und Regierungschefs müssen die Lehren aus diesem
Desaster ziehen, das ja nicht nur ein rein griechisches Desaster
ist, die Situation ist ja paradox, die Europäer haben genau das
getan, was sie vor ein paar Monaten versprochen haben,
Griechenland ist vor dem Staatsbankrott gerettet worden durch
dieses große historische Hilfspaket, aber der
Entscheidungsprozess, der zu dieser Rettung geführt hat, war so
kompliziert, so langwierig, dass das zu einem beträchtlichen
Vertrauensverlust der Europäischen Union geführt hat. Dazu kommt,
dass heute niemand sagen kann, ob die griechische Gesellschaft
diese massiven Sparvorgaben wirklich aushält. Der Gipfel der
Euroländer heute will ein politisches Signal setzen, dass man sich
nicht auseinanderdividieren lässt, selbst dann, wenn diese
massiven, spekulativen Angriffe der letzten Tage weitergehen.
Groß Gerald (ORF)
Die Griechenland-Krise hat zu massiven Verlusten des Euro geführt
und hat international die Börsen auf Talfahrt geschickt. Ist der
Euro in Gefahr?
Löw Raimund (ORF)
Der Euro steckt in einer gewissen Krise, das ist nicht zu
leugnen, die ganze Welt hat gesehen, wie schwerfällig das
Krisenmanagement der Europäischen Union ist, mit einer großen
Zahl
von Entscheidungsträgern, die alle unter starkem innenpolitischen
Druck stehen. Der Verlust der Währung gegenüber dem Dollar selbst
ist nicht das große Problem. Denn der Euroraum ist so groß,
dass
Konsumenten, Wirtschaftsleute nicht sehr viel davon spüren. Wenn
der Dollar etwas stärker wird für die Wirtschaft, ist das
vielleicht gar nicht so schlecht, denn die Exporte werden dadurch
begünstigt und das hilft der Konjunktur.
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