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Strache Eklat in Straßburg,
AJ, 8.6.2011
Bachmair Udo (ORF)
Bei einem gemeinsamen Auftritt von FPÖ-Chef Heinz-Christian
Strache mit der Vorsitzenden der rechtsextremen französichen Front
National, Marine Le Pen, im EU-Parlament in Straßburg, ist es zu
einem Eklat gekommen. Auf die Frage des ORF-Kollegen Raimund Löw
an Le Pen, wie sie es bewerte, wenn zuletzt einige FPÖ-Politiker
nicht an einer Abstimmung über die Aberkennung der
Ehrenbürgerschaft für Hitler teilnehmen wollten, sprach Strache
von "Nestbeschmutzung". Aber hören wir dazu gleich Raimund
Löw,
der zunächst auf den Grund der Strache-Reise nach Straßburg
eingeht:
Löw Raimund (ORF)
Strache strebt eine europäische Vernetzung seiner Partei an. In
Straßburg konferiert er mit Rechtsparteien aus Italien und
Belgien. Der klare Höhepunkt von Straches EU-Tag: Mittagessen und
Pressekonferenz mit Marine Le Pen, der Chefin der Nationalen
Front, die sich als freundlicheres Gesicht der französischen
Rechtsaußenpartei über gute Umfragewerte erfreut und hart mit
der
EU ins Gericht geht: <O-Ton Marine Le Pen übersetzt von Raimund
Löw> Die Bedrohungen für unsere Völker wachsen. Die
EU ist
gescheitert, und die Völker erwachen jetzt gegen ein totalitäres
und ultraliberales Europa, das unsere Freiheiten zerstört. <O-Ton
Ende> Der Österreicher Heinz-Christian Strache sekundiert:
Strache Heinz-Christian (FPÖ)
Es kann ja nicht sein, dass heute eine Europäische
Unions-Kommission keine demokratische Legitimation hat, nicht
gewählt wurde und wie in einer EUdSSR quasi Entscheidungen trifft
und Gesetze vorgibt.
Löw Raimund (ORF)
Bei den Journalistenfragen wird dann die Stimmung aufgeheizt. Als
ORF-Korrespondent frage ich nach FPÖ-Politikern, die sich in
österreichischen Städten an der Aberkennung der Ehrenbürgerschaft
für Adolf Hitler nicht beteiligt haben. Die anwesenden
FPÖ-Funktionäre protestieren. Strache spricht von
"Nestbeschmutzung":
Strache Heinz-Christian (FPÖ)
...diese Dinge klarstellen zu können. Es ist unfassbar und
schäbig, hier bewusst ein falsches Bild darzustellen, wo ich jetzt
die Realität zum Glück auch aufzeigen kann. Faktum ist: In
Österreich ist zum Glück ein Herr Hitler seit dem Jahr 1945
und 46
in keiner österreichischen Stadt mehr irgendwo Ehrenbürger.
Löw Raimund (ORF)
Die österreichische FPÖ und die französische Nationale
Front
wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten. Strache denkt auch an
gemeinsame EU-Volksbegehren.
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