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Strauss-Kahn und die Folgen,
ZiB 1, 16.5.2011
Die Nachrichten aus New York überschatten natürlich völlig
das Euro-Finanzministertreffen. Strauss-Kahn hätte ja hier heute
eine große Rolle spielen sollen um die Diskussion für ein mögliches
zweites Hilfspaket für Griechenland zu beginnen. Das müssen
die Europäer jetzt alleine tun.
Der Internationale Währungsfonds ist natürlich schon vertreten,
durch eine Stellvertreterin. Der Fonds übernimmt ja ein Drittel der
Finanzhilfen für Portugal, genauso wie zuvor bei Griechenland und
Irland. Aber wenn bei solchen Verhandlungen ein Schwergewicht wie Dominique
Strauss-Kahn fehlt, dann steigt die Unsicherheit, das ist hier deutlich
zu spüren.
Die Hilfe für finanzschwache Staaten in Europa kommt sowohl vom Internationalen
Währungsfonds als auch von der Europäischen Union. Wie wirkt
sich der Ausfall von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn aus?
Offiziell beteuern natürlich alle, dass der Internationale Währungsfonds
auch ohne einen handlungsfähigen Direktor funktioniert.
Aber vor allem die Beratungen über ein mögliches zweites Hilfsprogramm
für Griechenland, die sind sehr heikel. Da gibt es Vorbehalte und
Zweifel auf allen Seiten.
Es war es die Rolle französische Sozialisten Strauss-Kahn an der
Spitze des Währungsfonds die zerstrittenen Europäer an das Große
Bild zu erinnern. Auf die Bedeutung des Euro als Weltwährung hinzuweisen
und den hohen Preis, den alles hätte, was in Richtung Auseinanderentwicklung
oder Zerfall deutet.
Aber vergessen wir nicht: Die drei Problemstaaten, Griechenland, Irland
und Portugal machen zusammen nur 6 Prozent der Wirtschaftsleistung im
Euroraum aus. Eine überschaubare Größe. Das sollten die
Europäer eigentlich schaffen, auch wenn der erste Anlauf für
Griechenland nicht ausgereicht hat.
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