Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Streit der Millionaere, Mittagsjournal, 13.7.2004

Fuer finanzielle Erfolg und selbst ein betraechtliches Vermoegen muss sich in der Regel niemand schaemen in den USA. Schliesslich gehoert der rasante soziale Aufstieg ganz nach oben zu den Grundmustern des amerikanischen Traums. Doch ausgerechnet die Republikaner, die sich gerne als die stolzen Vorreiter des Kapitalismus sehen, haben jetzt die Vermoegensverhaeltnisse der demokratischen Herausforderer zum Wahlkampfthema gemacht.
Vizepraesidentschaftskandidat John Edwards, der als Arbeiterkind und Anwalt der kleinen Leute populaer wurde, wird im Internet als 38 Millionen Dollar schwerer Multimillionar praesentiert, der mit vier Haeusern, einer Haushaelterin und einem Kindermaedchen ein richtiggehendes Luxusleben fuehre.
Die Millionen, die sich Edwards immerhin als erfolgreicher Anwalt selbst verdient hat, sollen ganz offensichtlich sein Image als des Mann des Volkes ankratzen.
John Kerry, der demokratische Herausforderer, wird von den Konservativen sowieso als ein dem normalen Leben entrueckter Aristokrat dargestellt. Auf der republikanischen Homepage kann man Kerryopoly spielen, mit der Jacht dem Privatflugzeug und den teuren Haeusern, die dem demokratischen Senator angeblich zur Verfuegung stehen, als Spielfelder.
Doch jetzt dreht Kerry den Spiess um: dass ihm sein Bankkonto zum Vorwurf gemacht werde, das sei die groesste Verlogenheit, die er seit langem gehoert habe.
Aus welcher Richtung kommt das denn? Vom Millionaer George Bush und vom Millionaer Dick Cheney? Oder vielleicht vom Millionaer Rumsfeld, lautet seine rhetorische Frage.
Die New York Times rechnet nach und kommt auf ein Privatvermoegen des Praesidenten zwischen 8 Millionen und 22 Millionen Dollar, je nachdem, ob sein Anteil am gesamten Besitz der Familie Bush mitgerechnet wird oder nicht. Vizepraesident Dick Cheney sei je nach Berechnungsart zwischen 19 und 87 Millionen Dollar schwer, schreibt die New York Times.
Unbestreitbar ist, dass reichste Akteurin in diesem Wahlkampf Theresa Heinz Kerry heisst: die Ehefrau des demokratischen Kandidaten hat von ihrem frueheren Mann ein Vermoegen geerbt, das auf bis zu einer Milliarde Dollar geschaetzt wird.
Aber auch Theresa Heinz Kerry weiss auf die Kritik der politischen Gegner eine Antwort:
Ihrem verstorbenem Mann haetten die Repbulikaner zu seinem Lebzeiten nie vorgeworfen, dass er zuviel Geld habe, meinte sie. Kein Wunder, habe er doch stets grosse Summen fuer ebendiese republikanische Partei gespendet.






 

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