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Stresstests für Banken,
AJ, 12.5.2009
Das Bankensystem auf Herz
und Nieren zu prüfen, das ist die Aufgabe sogenannter Stresstests,
die zeigen sollen, welche Gefahren für die Finanzwelt in der Krise
noch lauern könnten. In den USA hat ein solcher groß angekündigter
Test dazu beigetragen, die Sorge vor einem weiteren Kollaps zu mindern.
Die Aktien steigen jetzt wieder, manche Experten hoffen, dass die Talsohle
der Krise erreicht ist. Auch der Ausschuss der europäischen Bankenaufseher
in der EU will jetzt einen solchen Stresstest durchführen.
Im Prinzip ist es ausgemacht: so wie in den USA soll es auch in der EU
für die Banken sogenannte Stresstests geben. Eine Art Trockenübung,
bei der man herausfinden will, wie die widerstandsfähig die Finanzwelt
gegen mögliche neue Einbrüche wäre. 19 Großbanken
wurden in den USA getestet, 10 müssen ihr Eigenkapital jetzt erhöhen.
In der EU gibt keine von den Nationalstaaten unabhängige EU-Bankaufsicht,
die einen solchen hochsensiblen Test durchführen könnte. Diese
Aufgabe werden die 27 nationalen Aufsichtsbehörden erfüllen
müssen. Immerhin hat man sich auf eine gemeinsame Methode geeinigt,
damit vergleichbare Ergebnisse herauskommen. Berichtet werden soll den
EU-Finanzministern im September.
Was genau die Öffentlichkeit dann erfahren wird ist unklar. Es geht
um die grenzüberschreitenden sogenannten systemischen Banken. 45
dieser Rieseninstitute verwalten 70 Prozent der Vermögen in Europa.
Aber auch sie werden durch nationale Aufsichtsbehörden geprüft,
nicht von einer für alle zuständigen EU-Stelle. Für die
österreichischen Banken hat die Österreichische Nationalbank
bereits vor ein paar Wochen einen solchen Stresstest durchgeführt,
der ergab, dass man auch für die schlimmsten Fälle gut gerüstet
sei.
Dass bei einem koordinierten Europaweiten Stresstest einzelne Banken genannt
werden, wie in den USA, gilt als unwahrscheinlich. Finanzminister und
Chefs der Bankenaufsichtsbehörden werden ihre Resultate im September
untereinander zweifelsohne austauschen. Ob sie auch die eigene Öffentlichkeit
informieren und wie, das wird den Mitgliedstaaten wohl selbst überlassen
sein, so will es die Tradition der EU.
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