Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Trauer nach Massaker in Virginia, MoJ, 18.4.2007

Auf allen oeffentlichen Gebaeuden des Landes sind die Fahnen auf Halbmast. Weinende Studenten fuellten die Basketball-Arena der Technischen Universitaet von Virginia um der Opfer zu gedenken. Eroeffnet wuerde die Zeremonie, die von allen Fernsehstationen uebertragen wurde, mit der amerikanischen Nationalhymne.
George Bush ueberbrachte die Kondolenz der Bundesregierung. Der Praesident rief zum Gebet auf und zum Vertrauen in einen liebenden Gott.
Die Schrift lehrt uns das Gute mit dem Boesen zu besiegen, rief George Bush den Studenten zu.
Es war eine emotionsgeladenes Zusammentreffen, mit viel verzweifelten Gesichtern.
Inzwischen kommen immer mehr Details ueber den 23jaehrigen Todesschuetzen an die Oeffentlichkeit. Mitschueler beschreiben den aus Suedkorea stammenden Studenten als Einzelgaenger, der auch im Unterricht fast nie etwas gesagt hat. Im Englischunterricht schrieb er Aufsaetze voll der beaengstigenden Aggressionphantasien geschrieben, berichtet eine Professorin. Einmal soll Cho Seun-hui versucht haben einen Schlafsaal in Brand zu stecken, weibliche Studenten habe er verfolgt. Ein mehrseitiger Abschiedsbrief soll wuetende Hasstiraden auf die Universitaet und die Mitstudenten enthalten.
Auch die Herkunft zumindest einer Tatwaffe ist geklaert: der Waffenhaendler, der dem Taeter die Glock 19, ein oesterreichisches Fabrikat, vor wenigen Wochen verkauft hat, sagt, es war eine voellig legale Transaktion.
Die Befuerworter strengerer Waffengesetze hoffen, dass es seit langem wieder zu einer Diskussion ueber das in den letzten Jahren in den Hintergrund gedraengte Thema kommt. Immerhin zeigen Meinungsumfragen, dass sich in den USA eine knappe Mehrheit von um die 55 Prozent der Buerger fuer strengere Waffengesetze ausspricht. Das widerspricht ein bischen dem Cliche der waffenfanatischen Amerikaner. Aber in den letzten Jahren ist diese Mehrheit geschrumpft und das Prestige der Waffenlobby gestiegen.
Nur wenige Politiker wollen das Risiko eingehen, sich mit der Waffenlobby anzulegen.

 

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