Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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  Aktuelle Analysen
   

Tschadkrise, AJ, 3.2.2008

Bei der Sitzung des politischen und sicherheitspolitischen Komitees der Europäischen Union in Brüssel, waren sich die Vertreter der 27 Mitgliedsstaaten einig, dass es jetzt falsch wäre überhastete Entscheidungen zu treffen. Die Situation im Tschad ist derart unklar, dass für die Europäischen Soldaten abwarten die einzige Möglichkeit ist.
Grundsätzlich ist klar, dass eine humanitäre Mission nur möglich ist, wenn auch der betroffene Staat einverstanden ist. Die Zustimmung des umkämpften Präsidenten Deby hat es gegeben, und aufmerksam registriert man, dass auch die Rebellen sich nicht gegen den europäische Präsenz. Das Einsatzgebiet um die Flüchtlingslager an der Grenze zum Sudan ist im Augenblick sicher nicht zu erreichen. Aber an einen übereilten Abzug will man auch nicht denken, zu verheerende wäre das politische Signal für die gesamte Region. Im EUFOR-Hauptquartier in Paris bestätigt man, dass die Regierungen der Mitgliedsstaaten bei dramatisch geänderten Umständen die Möglichkeit hätten, sich aus der Mission zurückzuziehen. In der Praxis wird aber EUFOR-Chef General Nash nach Gesprächen mit den Hauptstädten eine Empfehlung geben. Keine Regierung wird, so hofft man, in einer Krisensituation die Solidarität der Europäer durch einseitige Schritte unterminieren.

 

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