Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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Tschechiengipfel, AJ, 7.10.2009

Klarheit über die letzten Schritte zur Ratifizierung des Reformvertrages in Tschechien erwartete sich heute die EU-Spitze in Brüssel. Das Parlament in Prag hat ja längst ja gesagt, aber Präsident Vaclav Klaus hat noch nicht unterschrieben, den Höchstrichtern liegt eine neue Klage EU-skeptischer Senatoren vor. Nach dem irischen Referendum will die EU sichergehen, dass der neue Vertrag ab kommendem Jahr in Kraft treten kann.
Tschechiens Premierminister Jan Fischer war bei der heutigen Strategiebesprechung in Brüssel nur per Videoleitung zugeschaltet. Technische Probleme bei der Regierungsmaschine hielten den leidgeprüften Chef des tschechischen Beamtenkabinetts in Prag zurück. Noch schwieriger gestaltet sich die Kommunikation mit Präsident Vaclav Klaus. Seit Tagen versucht Fredrik Reinfeldt, der Regierungschef des Vorsitzlandes Schweden vergeblich mit dem EU-skeptischen Politiker zu telefonieren.
Der Druck auf Tschechien bleibt diplomatisch verschlüsselt, aber er ist nicht zu überhören. Wenn ein einziges Land den Reformvertrag blockiert, dann ist das mit Kosten für alle 27 EU-Staaten verbunden, warnt der aus Polen kommende Präsident des Europaparlaments Jerzy Buzek. Immerhin haben Tschechiens Höchstrichter zugesagt, die letzte Klage von 17 EU-skeptischen Senatoren im beschleunigten Verfahren zu behandeln. Nächste Woche werden sie ihren Zeitplan bekannt geben. Nach dem Ja Irlands zeigt sich der schwedische Regierungschef Reinfeldt auf jeden Fall unverändert optimistisch, dass der Reformvertrag bis Ende des Jahres in Kraft sein wird. Das ist das Ziel der schwedischen Präsidentschaft.
Nicht ob Tschechien die Ratifizierung abschließt, sondern wann, ist die Frage, ergänzt der per Tonleitung zugeschaltete Regierungschef aus Prag optimistisch.

 

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