Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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US-Kurswechsel zum Iran, MoJ, 12.3.2005

Der amerikanischen Regierung ist diese Entscheidung nicht leicht gefallen, schliesslich handelt es sich um das erste positive Signal aus Washington in Richtung Iran sei vielen Jahren. Und gerade George Bush hat das Mullahregime in Teheran immer wieder als terrorfreundlich kritisiert. Aber in der zweiten Amtszeit des Praesidenten ist man bemueht Flexibilitaet zu zeigen. Und tatsaechlich haben sich Europa und Amerika jetzt das erste Mal seit dem grossen Streit um den Irak auf ein gemeinsames Vorgehen geeingt, um eine schwelende Krise im Mittleren Osten beizulegen.
Der Praesident begruendet den Schwenk mit der Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens mit den europaeischen Freunden.
Gemeinsam mit den Europaern koennen wir jetzt dem iranischen Regime klarmachen, dass die freie Welt keine Atomwaffen in ihrer Hand tolerieren wird, so Bush.
Die USA verzichten auf ihr bisheriges Veto gegen eine iranische Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation WTO. Dringend benoetigte Ersatzteile fuer in den USA hergestellte iranische Flugzeuge sollen wieder geliefert werden.
Condoleeza Rice, die Aussenministerin, die den Deal mit den Aussenministern Frankreichs, Deutschlands und Grossbritanniens sowie mit EU-Aussenpolitikbeaugftragten Javier Solana ausgehandelt hat, spricht davon, dass die Europaer nun auf aktive Unterstuetzung der USA bei ihren Verhandlungen rechnen koennen.
Wir wollen genauso wie die Europaer den Iran auf diplomatischem Weg zu Einhaltung seiner Verpflichtungen bewegen, sagt Rice. Anders als gegenueber Nordkorea will Washington aber nach wie vor nicht direkt am Verhandlungstisch sitzen. Beitrittsverhandlungen zur Welthandelsorganisation koennen Jahre dauern und auch bei den Ersatzteillieferungen will man immer von Fall zu Fall entscheiden. Die konkrete Auswirkung der amerikanischen Geste gegenueber Teheran koennte daher beschraenkt sein.
Die EU hat den USA auf jeden Fall versprochen, dass man im Fall des Scheiterns der Verhandlungen mit dem Iran, das amerikanische Bemuehen um Strafsanktionen des UNO-Sicherheitsrates unterstuetzen werde. Ein Erfolg fuer die amerikanische Diplomatie, der aus Washingtoner Sicht genauso schwer wiegt, wie die eigene Kurskorrektur.

 

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