Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

Fenster schließen
 
  Aktuelle Analysen
   

US-Reaktionen Faludscha-Massaker, MoJ, 31.3.2004

Waehrend des ganzen Tages gestern waren die grausigen Szenen von den durchdie Strassen geschleiften Leichen der getoeteten Amerikaner derbedrueckende Schwerpunkt aller Nachrichtensendungen des Landes.Tatsaechlich gezeigt wurden die Bilder dann schliesslich in denAbendnachrichten des Fernsehensenders CBS mit der Warnung, fuer Kinderseien sie nicht geeignet. Man sah den jubelnden Mob der Stadt Falludja um die optisch unkenntlichgemachten Toten und konnte die Leichenteile erahnen, die als graesslichesZeichen des Triumphes an einer Euphratbruecke hingen. Es war wie 1993, sodie Kommentatoren, als in Somaluia die toten Koerper amerikanischer Marinesdurch die Strassen der Haupstadt Magodischu gezogen wurden. Damals hat der Schock zu einem Ende des Somalia-Engagements der USAgefuehrt. Ein solches Resultat ist diesmal kaum zu erwarten: auch diemeisten amerikanischen Gegner des Irakkrieges sind gegen einenueberstuerzten Abzug. Aber der Oeffentlichkeit wird bewusst, was fuer einerbarmungsloser Guerillakrieg inzwischen in dem Land tobt, in dem dieRegierung Bush demokratische Verhaeltnisse schaffen will. Die vierZivilisten, die in Faludja auf hellichter Strasse massakriert wurden, warenMitarbeiter der privaten Sicherheitsfirma Blackwater USA aus North Carolinagewesen, die fuer den Schutz westlicher Geschaeftsleute und auch fuer dieSicherheit hoher amerikanischer Funktionaere sorgen sollen. Die Ausgabenfuer Sicherheit, die jetzt schon einen grossen Teil der Aufbauhilfe fuerden Irak aufbrauchen, werden jetzt noch staerker in die Hoehe schnellen. wenn der amerikanische Armeesprecher diese Anschlaege auch als Zeichender Verzweiflung wertet, weil es niemals gelingen werde die Uhrenzurueckzudrehen: Der Antiguerillakrieg, den die amerikanischen Truppenjetst fuehren muessen, droht immer mehr die Verfassungsdiskussion inHinblick auf die geplante Machtuebergabe an eine irakische Regierung am30.Juni zu ueberschatten.


 

nach oben, Fenster schließen

 
  site by Adrian Rossmann