Raimund Löw

Historiker und Journalist

 

 

 

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US-Reaktionen auf das Massaker in Faludscha, ZiB 1, 1.4.2004


Millionen Amerikaner bekamen die grausigen Szenen gestern in den Abendnachrichten zu sehen: optisch verzerrt die Opfer des brutalen Hinterhalts. Stundenlang waren die verunstalteten Leichen durch die Strassen geschleift und schliesslich an einer Bruecke ueber dem Euphrat zur Schau gestellt worden.
Die vier Toten waren Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, die auch fuer den Schutz von Zivilverwalter Paul Bremer verantwortlich ist.
Die Oeffentlichkeit reagiert schockiert und man erinnert sich an Somalia vor zehn Jahren. Als Aufstaendische die Leichen amerikanischer Soldaten durch die Strassen der Hauptstadt Mogadischu zerrten, beschloss die Regierung Clinton den abrupten Rueckzug aus Ostafrika.
Zivilverwalter Bremer schloss heute in Bagdad ein Zurueckweichen ausdruecklich aus und kuendigte die strenge Bestrafung der Taeter an.
In Washington heisst es heute, die Situation im Irak sei ganz anders als damals in Somalia.
Den Krieg im Irak koennen wir einfach nicht verlieren, beteuert der republikanische Senator John McCain, in Somalia sei es anders als im Irak nicht um die strategischen Interessen der USA gegangen.
Black Hawk down, die Schreckensmeldung vom Helikopterabschuss in Mogadischu, ist zu einem maechtigen Symbol in der amerikanischen Politik geworden. .
Im Fall des Irak wollen auch die meisten Kriegsgegner keinen ueberstuerzten Abzug. An die Stelle der erhofften friedlichen Uebergabe an eine irakische Regierung drohen aber immer mehr die Zwaenge eines erbarmungslosen Guerillakrieges zu treten.

 

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