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US-Reaktionen auf nordkoreanisches
Atombomben-Gestaendnis, ZiB 2, 10.2.2005
Wie ernst nehmen USA nordkoreanische
Erklaerung?
Bei aller Sorge waren die USA heute deutlich bemueht, die Brisanz der
Situation herunterzuspielen.
Die gleichen Politiker, die noch vor drei Jahren bei den angeblichen irakischen
Massenvernichtungswaffenso todsicher waren, sagen jetzt, keine echten
Beweise, dass Nordkorea tatsaechlich Atomwaffen besitzt. Nordkorea koennte
als auch bluffen.
Gleichzeitig besteht ja der Verdacht schon lange, insofern ist diese Erklaerung
aus Pjoengjang nichts wirklich total Neues.
Das Regime in Pjoengjang hat ja diese Sechsparteienverhandlugnen mit den
USA, China und Russland, nur suspendiert. Supsendiert heisst nicht aufgekuendigt.
Daher setzt man in Washington auf internationalen Druck, damit Verhandlungen
doch weitergehen koennen.
Denn was wirklich gefaehrlich werden koennte, das sieht man schon, das
waere weitere Eskalation,
etwa ein nordkoreanischer Atomtest.
Was man befuerchtet? Wie geht es weiter?
Man fuerchtet vor allem zweierlei:
Erstens, dass Nordkorea Atomwaffen verkaufen koennte, an amerikafeindliche
Regierungen oder Untergrundorganisationen.
So wie bisher schon Raketen verkauft.
Und zweitens einen unkontrollierbaren Ruestungswettlauf in Asien, mit
Atomwaffen vielleicht in Suedkorea, wo erste Forschungen bereits durchgefuehrt
wurden, in Japan, in Taiwan.
Das waere das endgueltige Ende der Bemuehungen den Besitz von Atomwaffen
zu begrenzen.
Die letzte Verhandlungsrunde, aus der die Nordkoreaner jetzt einmal ausgestiegen
sind, hat im Juni stattgefunden.
Das waren sowieso sehr muehsame Gespraeche, von der Sache selbst nicht
unbedingt rasender Zeitdruck.
Die Frage ist: was will Kim Jong Il erreichen?
Gibt es Konzessionen, die die Amerikaner machen koennen, im Sinn von materieller
Hilfe oder von Sicherheitsgarantien, die Nordkorea wieder auf den Verhandlungstisch
bringen?
In Bill Clintons Zeiten hat es ja bilaterale Verhandlungen gegeben, also
nur USA-Nordkorea, die waren auch nicht erfolgreich. Aber wuerden solche
bilaterale Verhandlungen mehr bringen?
Hier in Washington glauben das die Aussenpolitikerxperten der Demokraten.
Die amerikanische Regierung ist aber auf jeden Fall in abrupter Weise
daran erinnert worden, dass es ausser dem mittleren Osten und Terrorismus
auch noch andere explosive Krisenherde gibt.
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